Archiv für September 2010

Staatsgewalt

Stuttgart21:

Potsdam, Bremen, Berlin: KEIN TAG FÜR DEUTSCHLAND!

Potsdam:

30.09.2010, 19 Uhr im Waschaus Potsdam (Schiffbauergasse 6)
Lesung mit Rainer Trampert und Thomas Ebermann. Eine satirische Führung durch 20 Jahre Deutsche Einheit.

Rainer Trampert und Thomas Ebermann werden an diesem Abend satirische Stücke aus ihrer über 10-jährigen Sammlung vortragen, die auf den „Deutschlandtag“am 3. Oktober zugeschnitten sind. Es wird über deutsche Flaggenparaden zu Weltmeisterschaften, Richard Wagners Oper „Die Meistersinger“, die Biografie von „Hanns-Martin Schleyer“, den Anschluss Helgolands an die Bundesrepublik, um die Enthüllung, worüber Schröder, Chirac und Putin damals bei ihrem Spaziergang durch Kaliningrad sprachen u.v.m. gehen.

Nach der Kritik „haben Trampert und Ebermann brillanten, an Marx geschulten Humor“, bei dem auch noch „vor jeder Pointe eine ernsthafte Analyse steht“ (taz). Mancherorts hatten sie „einem Teil des Publikums derart zugesetzt, dass ihnen schon zur Pause der Kopf rauchte“ (Hamburger Morgenpost). „Was das Duo präsentiert, hat den Charakter einer dialogischen Lesung, bei der die Sätze und Satzteile ineinander greifen – eine wirkungsvolle und unbestechliche Montagetechnik.“ Nur „Die Frage, wie Deutschland den Sprung in die Zukunft schafft, blieb eher offen“, kritisierte die Rheinische Post. Das ist wieder zu befürchten, weil beide die Vorsätze pflegen, dem Zeitgeist die Arglosigkeit zu nehmen, ohne sich das Denken durch politischen Pragmatismus verkleistern zu lassen.

01.10.2010, 19.00 Uhr im Waschaus Potsdam (Schiffbauergasse 6)
Mad in Germany – Multimediavortrag von der TOP Berlin Beweismittel gegen Deutschland

20 Uhr live: Egotronic, The T.C.H.I.K dj: Mr. Ties, Scheckkartenpunk u.w. auf 2 Floors

Zum Vortrag der TOP Berlin:
Vergangenheit bewältigt, Papst geworden, Lena erfunden, Exportweltmeister der Herzen – und jetzt sind sogar die Neudeutschen schwarz-rot-geil! So viel friedlich war nie! Nur „die Autonomen“ sind wieder mal dagegen, verbrennen Fahnen und erzählen was von „Ausgrenzung“, während Sami und Mesut für Schland punkten. Spinnen die?!
Könnte man meinen. Die Nation ist zwar ein großer Mist, aber ihre Kritik alles andere als einfach. Deutschland ist eben nicht nur eine „Konstruktion“, und auch nicht erst dann scheiße, wenn es rassistisch wird. Wir haben mal alle wesentlichen Argumente gesammelt, und 200 Stunden deutsche Ideologie aus Funk und Fernsehen durchforstet. Das alles präsentieren wir als multimedialen Farbanschlag. Außerdem letzte Informationen aus Bremen zum Stand der antinationalen Mobilisierung gegen den ‘Tag der deutschen Einheit’, und Bustickets zur Demo am 2.10.

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Bremen:

01. Oktober, 2o.oo Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus (Schildstr.12-19)
„Wie normal ist Deutschland?“ Podiumsveranstaltung zur Kritik der Identifikation mit der Nation.

Das Wochenende in Bremen beginnt mit einem Diskussionsabend zur Gretchenfrage: „Wie normal ist Deutschland?“. Mit Thomas Ebermann (konkret), Ted Gaier (Goldene Zitronen), Denis Yücel (Journalist, angefragt) „…ums Ganze!“ und weiteren illustren Gästen… Moderiert von der Basisgruppe Antifa (Bremen)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Initiative Bremen (RLI)

02. Oktober, 16.3o Uhr, Hauptbahnhof Bremen
Bundesweite Demonstration

Bundesweite Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober!

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Berlin:

02. Oktober, 23:59 Uhr im ://about blank (Markgrafendamm 24c, S-Ostkreuz)
Deutscher Herbst. Antinationale Soireé mit BummBumm, Screenings, Kunst und Anti-Deutschland-Dingdong.

Alle, die nicht mit nach Bremen fahren, können ihr schlechtes Gewissen in gepflegtem Ambiente und mit hochkarätiger Musik im ://about blank beruhigen, und so das Aktionswochenende gegen die Nation supporten. Serviert wird das Ganze von ://about blank in Kooperation mit TOP B3rlin.

antifa graffiti action leipzig/germany


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BREMEN: KEIN TAG FÜR DEUTSCHLAND!

bremen 3.oktober

18.09. Komische Christen kuscheln

Das Bündnis für urbane Mobilbeschallung meldet:

„Meine lieben Freunde der rhythmisch bewegten Meinungsäußerung!

Am kommenden Samstag ziehen fundmentalistische Christen durch unsere Straßen um gegen Abtreibung zu demonstrieren. Unterstützt z.B. von Ursula von der Leyen und Christian Wulff. Ihre Argumentation: Befruchtete Eizellen sind auch Menschen und wenn die Deutschen nicht abtreiben dürfen, dann kriegen sie viel mehr Kinder und dann geht das Abendland nicht unter hat der liebe Gott gesagt. (Offizielle Seite der Abtreibungsgegnerdemo: Link)
Hmm. Hab keine Ahnung wer die Deutschen sind. Und warum sind die in Gefahr? Und was hat die Abtreibung damit zu tun? Und wer ist dieser Herr Gott der ihnen das alles erzählt hat? Und sind schwangere Frauen auch Menschen?
Wir verstehen das alles nicht und deshalb schauen wir mal vorbei, vielleicht erkären sie uns das. Vielleicht hilft es auch sie Stimmung ein wenig aufzulockern, mit Konfetti zu werfen, ein Tänzchen zu wagen und die Christen zu knuddeln und zu knutschen. Vielleicht können wir sie missionieren mit unserem Spass am leben und mit unseren geilen Ärschen zur Freiheit verführen!

Das B.U.M.S. wird das Ganze mit mindestens 3 mobilen Soundsystemen unterstützen.

Kommt in Massen!
Schreibt auf eure Schilder wie geil wir sind!
Samstag, 18.9.
Treffpunkt 12 Uhr Jannowitzbrücke
Dann wandern wir zum Neptunbrunnen

Kommt bunt!“

Außerdem:
christen

Was geschah mit Stanley Chima?

Wiedermal ein Toter bei eine Polizeiaktion in Berlin und wiedermal läßt die ofizielle Version viele Fragen offen:

Deutsch-Nigerianer starb in Britz nach Polizeikontrolle

»Mann flüchtet bei Verkehrskontrolle und bricht leblos zusammen« lautet die Überschrift einer Polizeimeldung zum Tod von Stanley Chima. Der 39-jährige Deutsch-Nigerianer wurde am vergangenen Sonntag in Britz von einer Zivilstreife gestellt, weil er am Steuer mit einem Handy telefoniert habe. Als die beiden Polizisten die von ihm gemachten Angaben überprüft hätten, sei er »unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund geflüchtet«, heißt es in dem Bericht.

Zweifel an der Polizeiversion hegt die Frau, mit der Stanley Chima telefoniert hat. Um 23.16 Uhr habe das Gespräch begonnen, berichtet sie gegenüber Mitgliedern der afrikanischen Community. Nur wenige Minuten später ereignete sich die Kontrolle, deren Beginn sie am Telefon noch mitgehört habe. Sie berichtet von einem Streitgespräch, das die Polizisten in einem aggressiven Ton geführt hätten. Unbestritten ist, dass Chima ohne gültige Fahrerlaubnis mit einem Mitsubishi unterwegs war, der auf den Namen seiner Ehefrau zugelassen war. Chima habe widersprochen, als ihm unterstellt wurde, dass der Wagen geklaut sei. Dann eskalierte der Streit offenbar und die Verbindung brach mit einem lauten Knirschen ab.

»Als seine Bekannte nochmals versuchte anzurufen, war das Handy ausgeschaltet. Später war es dann wieder eingeschaltet, aber niemand nahm mehr ab«, berichtet Mbolo Yufani, ein Aktivist der afrikanischen Community gegenüber ND. Er sprach mit der Frau, die über das Schicksal von Stanley Chima erst am Montag erfahren hat. »Wir haben viele Fragen und wollen wissen, was dort wirklich passiert ist«, sagt Yufani. So habe Chima am Telefon berichtet, gerade zu tanken. Der Ort der Kontrolle wird in dem Polizeibericht aber etwa hundert Meter von einer Araltankstelle entfernt angegeben, an einer Bushaltestelle Britzer Damm Ecke Mohriner Allee. Niemand kann sich erklären, warum er geflüchtet sein soll. Auch Benedikt Lux (Grüne) will sich dafür einsetzen, dass der Hergang dieser tödlichen Polizeikontrolle rekonstruiert wird.

Mysteriös bleibt weiterhin, dass Stanley Chima erst kurz nach Mitternacht in einem Durchgangsweg zwischen Buckower Damm und Schlosserweg von einer 54-Jährigen leblos gefunden wurde. Das ist zwei Bushaltestellen weiter stadtauswärts. Der Polizeibericht gibt keine Auskunft darüber, was die Polizisten nach Chimas Flucht unternommen haben. Zwar ist der Buckower Damm auf dem Mittelstreifen mit Eichen bepflanzt, aber er ist dennoch eine breite und übersichtliche Straße. Auch wenn es dunkel war, dürfte es schwer sein, unerkannt davonzulaufen.

Eine halbe Stunde nach Mitternacht hat ein Notarzt den Tod festgestellt. Eine vorläufige Obduktion hat ergeben, dass Stanley Chima an Herzversagen gestorben ist. Der 39-Jährige hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.“

Von Stefan Otto – ND vom 04.September

Rainald Grebe übern Prenzlauer Berg

„Die Mieten sind bezahlbar, denn ich kann sie mir ja leisten!“

Das Richtige im Falschen !?!

Lesungen, Fest und Party an 2 Tagen

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Die Berliner Kollektive
://about blank // Backstube // Babylonia // Fahrwerk // Hinkelsteindruck // image-shift // Jungle World // Kraut und Rüben // Kreuzberger Taxi-Genossenschaft // Meuterei // Morgenrot // Oktoberdruck // Praxis-Kollektiv // Regenbogenfabrik // Schnittstelle // Schwarze Risse // Syndikat // Tante Horst und viele andere laden euch ein…

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Berliner Kollektivbetriebe sind ein Versuch, sich alltäglich gemeinsam ökonomisch zu organisieren, mit der Idee, das soziale, Leben in den Vordergrund zu stellen und die Arbeit nicht in erster Linie an Leistung und Profit auszurichten. Irgendwo zwischen Aneignung von Produktionsmitteln und Selbstausbeutung, Emanzipation und Prekarität stellt sich die Frage: Sind Kollektive vielleicht ein Schatzkästchen für die Tage vor dem Morgen nach dem real existierenden Kapitalismus?

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10.09 Freitag

20 Uhr Lesung von Arndt neumann dem autor von «Kleine Geile Firmen:
Alternativprojekte zwischen Revolte und Management»

»Wir leben anders! Wir arbeiten mehr als je zuvor, schaffen bis zu 14 Stunden am Tag, und die Arbeit macht uns bei weitem nicht so kaputt wie die ›nur‹ acht Stunden vorher im Betrieb. Das liegt ganz eindeutig daran, dass uns der Sinn der Arbeit klar ist, dass die weit weniger entfremdet ist.« 1976 veröffentlicht die Arbeiterselbsthilfe Frankfurt dieses Selbstverständnis. Wie viele andere Alternativprojekte dieser Zeit sah sie im selbstbestimmten und kollektiven Arbeiten einen Gegenentwurf zu der Unterordnung in Fabriken und Büros. Ob Landkommunen oder Druckereikollektive, Naturkostläden oder Alternativzeitungen:
Durch alltägliche Veränderung sollte die kapitalistische Gesellschaft überwunden werden.

»Wir leben anders!…« 2001 stellt der Trendforscher Matthias Horx das gleiche Zitat dem Managementbuch Smart Capitalism. Das Ende der Ausbeutung voran. Mit der New Economy habe sich eine neue Form des Arbeitens durchgesetzt.
Autonomie und unternehmerisches Denken seien kein Widerspruch mehr. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten hat sich die Bedeutung von Autonomie grundlegend gewandelt. Sind die Erfahrungen der Alternativbewegung auch heute noch ein unverzichtbarer Bestandteil emanzipatorischer Bestrebungen? Was bedeutet es heute, für autonomes und selbstbestimmtes Arbeiten einzutreten? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Buches.

Meuterei Reichenberger Str. 58 // Kreuzberg // www.meuterei.tk

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11.09 Samstag

ab16 Uhr Kaffee & Kuchen & Köstlichkeiten aus der Bäckerei, mit Bowle und einem Standard-Tanzkurs

ab 19 Uhr Alley Cat (Fahrradrennen)

19 bis 22 Uhr Musik im Garten Standard-Tanz, aufgelegt von final_girl // Filme, leckere Pasta und Weiteres

20 Uhr Lesung Der Schriftsteller und Journalist Helmut Höge war u.a. über zwei Jahre in einem Kunstprojekt über europäische Produktivgenossenschaften verstrickt, hat in diversen Kommunen gelebt und arbeitet für die taz und Junge Welt.
Er wird über Kollektive sprechen.

22 Uhr Live Sookee (HipHop) // gladbeck city bombing (ElectroQueerPunkPerformance)

24 Uhr Dance, entweder > DJ Shuffle (80s, 90s,Punk, Ska, Rock) DJ Swantje und DJ Cisnita.

oder anja zaube (brothers in music) // por.no (lisa simpsons dream) // -iaac- (stromperlen, ://about blank) // yellowman57 (the electric dog, urban echoes) // barbara hofmann (the electric dog, urban echoes)

://about blank Markgrafendamm 24c // Ostkreuz // http://aboutparty.net

Demo: Kein Gerede nur die Tat! Liebig 14 verteidigen!


Das Hausprojekt Liebig 14 ist immer noch räumungsbedroht, seit im November letzten Jahres nach langen Gerichtsverhandlungen die letzten Verträge verloren wurden. Ab Januar 2010 wurde versucht über mehrere Runde Tische mit Bezirkspolitiker_innen sowie Vertreter_innen diverser Vereine aus dem Kiez eine langfristige Sicherung des Projektes zu erwirken. Bis heute blieben die Gespräche jedoch ohne konkrete Resultate, was aus unserer Sicht nur am Mangel des politischen Willen liegen kann. Statt ihre Kontakte zum Senat oder anderen „Entscheidungträger_innen“ zu nutzen, argumentieren sie mit Handlungsunfähigkeit, was wir nach der Vielzahl von Terminen als bloße Hinhaltetaktik empfinden, denn keine Entscheidung ist auch ein Entschluss. Eine Sicherung der Liebig 14 auf diesem Weg scheint uns deshalb zunehmend unrealistisch, weshalb wir eine Weiterführung der Verhandlungen wie bisher nicht in Betracht ziehen.

Unfähigkeit werfen wir jedoch nicht nur den direkt Beteiligten des Runden Tisches vor, sondern insbesondere auch den Eigentümern S. Beulker und E. Thöne, sowie Senatspolitiker_innen und Vertreter_innen des Liegenschaftsfonds, welche sich ihrer Verantwortung entzogen und trotz mehrmaliger Einladungen durch Abwesenheit glänzten. Das zeigt einmal mehr ein grundsätzliches Problem, nämlich den Verweis auf einen angeblich privaten Rechtsstreit, anstatt sich die eigenen Fehler in der aktuellen Stadtpolitik einzugestehen.

Am 13. September 2010 wird es während des Intersquat-Festivals einen letzten Versuch von uns geben, über einen Runden Tisch zu einer Lösung zu kommen. Ohne eine konkrete Lösung an diesem Termin sehen wir uns gezwungen in Zukunft anderweitig politisch aktiv zu werden. Wir können nicht länger warten, denn die alltägliche Bedrohung durch eine gewaltsame polizeiliche Räumung ist für uns ein unhaltbarer Zustand. Auch wollen wir uns nicht weiter abhängig machen von Entscheidungen anderer Menschen, nur weil diese vorgeben für unsere Interessen einzutreten. Wir werden die Sache selbst in die Hand nehmen. Das heißt: Wir werden gemeinsam versuchen, das Problem über Aktionen in eine öffentliche Diskussion zu bringen – und „das Problem“ ist für uns nicht nur die Bedrohung der Liebig 14, auch nicht die verfehlte Stadtpolitik, sondern die kapitalistische Gesellschaft mit all ihren Herrschaftsformen an sich!

Am 13. September, dem Tag des letzten Runden Tisches wird es deshalb um 15.30 h eine Demonstration unter dem Motto „Kein gerede, Nur die Tat…“ geben! Treffpunkt ist Frankfurter Tor. Unterstützt die Demo und bleibt kreativ! Die genaue Route der Demo, sowie weitere Infos findet ihr in den nächsten Tagen! Achtet auf Ankündigungen auf unserem Twitter-Account!

Wir bleiben alle!

liebig14