Militanz oder Mackerrandale!

Militanz oder Mackerrandale? ist der Titel eines Indymedia-Artikels, der nun auch schon auf einigen Blogs gespiegelt wurde. In diesem Beitrag beschweren sich einige Menschen über die ihrer Meinung nach nicht gerechtfertigte Kritik an Pseudoriots vor linken Hausprojekten. Ihre Argumentation ist genauso schlicht wie falsch: Weil die linken Hausprojekte ja im Falle von staatlichen Angriffen (z.B. Räumung) auch eine militante Verteidigung für richtig halten, müßten sie auch jeden besoffenen Deppen vor ihrem Hoftor randalieren lassen. Das ganze wird dann romantisch als „subversives Gebräu“ verklärt. „Wer nur feiern will“ solle sich „in Städten wie Berlin und Hamburg“ beim restlichen angeblich „riesigen Angebot“ vergnügen und nicht „die wenigen Orte an denen die Grundvoraussetzugen für Widerstand vorliegen (…) befrieden“. Angeblich werden die betroffenen Parties und Projekte auch in der Regel nach solchen Aktionen nicht von der Polizei behelligt und überhaupt machen cops ja auch so immer Stress, weshalb man sie auch gleich vor Ort angreifen kann. Soweit so dumm. Wenns nicht kracht, ist es kein Widerstand. Wer einfach nur Bock auf ne linke Soliparty ohne Bullenstress hat, gehört quasie schon zur Konterrevolution. Und die vielen Beispiele, wo Partygäste und Hausbewohner_innen für die 5 Minuten Ruhm der Riotatzen bluten mußten, werden gleich ganz ausgespart. Was dann noch in den Kommentaren abgeht, gehört hoffentlich zu dem, wie sich Staatsschutz und Nazis die Zeit vertreiben…
Warum diese Riotatzen sich Politik eigentlich NUR noch als gewalttätiges Spektakel vorstellen können, warum sie jedes solidarische Verantwortungsbewußtsein für andere Menschen vermissen lassen und noch nichtmal strategische Erwägungen in ihre Überlegungen einbeziehen, sich aber trotzdem als die linkesten der Linken begreifen, ist ein Geheimnis das wohl nur ein Psychoanalytiker lüften kann.