Archiv für Mai 2010

Mo­bi­li­sie­rungs­vi­deo zum Ak­ti­ons­tag am 5. Juni

Mo­bi­li­sie­rungs­vi­deo von Papp­satt zum Ak­ti­ons­tag am 5. Juni 2010 gegen die Be­bau­ung des Spree­ufers in Ber­lin:

Mediaspree entern! from Pappsatt on Vimeo.

DRESDEN CALLING

dresden calling

Camp „Frei­räu­me und ur­ba­ne Le­bens(t)räume“

Rette deine Stadt
Me­gas­pree at Wa­gen­burg Loh­müh­le (Loh­müh­len­stra­ße 17)

Fr. 28. Mai | 16-​22h
Sa. 29. Mai | 12-​18h

2 Tage Pro­gramm rund & kun­ter­bunt ums Thema Frei­räu­me:
Infos, Work­shops, Vor­trä­ge, Mit­mach-​Sta­tio­nen, De­mo-​Schil­der-​Bas­teln, Vegan-​Grill & Sams­tag­abend Jazz

Komm vor­bei und mach mit!
Me­gas­pree selbst ma­chen!

megaspree

Capture-the-Flag am 29.05.

Die Trocken-Pirat_innen, deren Lieblingsbeschäftigung „Capture-the-Flag“ – das Entern fremder Terretorien und das Kapern von Flaggen – darstellt, rufen auf zum:

wilden durch-die-Straßen-düsen und geheime Strategien-ausbrüten,

unauffälligen hinter-ahnungslosen-Passant_innen-anschleichen

und ungetaggt mit-geklauter-Flagge-das-eigene-Terretorium-erreichen!

Eingeladen sind nicht nur Landratten, Wasserscheue und Trockenschwimmer_innen; sondern auch alle anderen, bei denen folgende Beschreibung grenzenlose Begeisterung und/oder Neugier auslöst:

Was is Capture The Flag?

Na Lust bekommen? Dann komm doch zum nächsten CTF-Match am
29.05.2010 19:00 am Potsdamer Platz
karte

Let’s push things forward – Kampagne gegen rechte Zeitungen!

Eine Kampagne in Berlin und Brandenburg – unterstützt den Kampagnenaufruf!

gegen rechte zeitungen
An vielen Kiosken und in etlichen Supermärkten und Bahnhofsbuchhandlungen werden tagtäglich ganz offen rechte Zeitungen angeboten. Das reicht vom Monatsmagazin „Zuerst!“ über die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ bis zur NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“.
Auf den ersten Blick ist die inhaltliche Ausrichtung der Zeitungen zwar sehr unterschiedlich – von rechts-konservativ bis offen neonazistisch ist alles dabei und die Grenzen sind oft fließend. Gemeinsam haben alle aber eine Festschreibung von Individuen aufgrund von z.B. Geschlecht oder Herkunft. Diese Festschreibungen gibt es nicht nur am „rechten Rand“, vielmehr sind sie einer der Grundpfeiler unserer Gesellschaft und stehen einer Welt, in der alle wirklich die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben, entgegen.
In den entsprechenden Zeitungen werden aber etwa Nationalismus oder autoritäre Hierarchie- und Ordnungsvorstellungen in noch ausgeprägterer Form verbreitet. Sie propagieren also etwas, das unseren Vorstellungen von einer solidarischen Gesellschaft noch weniger entspricht als die aktuelle. Deshalb sind sie Ziel der Kampagne und sollen aus dem offenen Verkauf gedrängt werden.
Dafür ist es natürlich wichtig die Kioskbetreiber_innen über die Zeitungen zu informieren und sie aufzufordern diese nicht mehr oder zumindest nicht offen anzubieten. Tipps dazu gibt es auf unserer Internetseite, wie auch weitere Informationen zu den Zeitungen und der Kampagne. Außerdem findet ihr dort verschiedene Locations, in denen das Kampagnenmaterial (Aufkleber, Flyer und Aufrufe) abgeholt werden kann um es weiter zu verbreiten. Und auch bei Myspace und Facebook sind wir zu finden.

Wir freuen uns über jede Unterstützung, denn nur gemeinsam können wir was bewegen. Let’s push things forward!

http://pushforward.blogsport.de
http://www.myspace.com/letspush

Samstag: Fahrrad Kiez Demo

14 Uhr ab Boxhagener Platz (Friedrichshain)
mit Flyer verteilen und Presseaktion
fahrradkiezdemo

voraussichtliche Route: Boxi – Intimes – Simon-​Dach – Revaler – War­schauer – Oberbaumbrücke – Skalitzer – Lausitzer Platz – Skalitzer – Ora­nien – Adalbert – Reichenberger – Liegnitzer – Görli.
Kurze, knackige Kundgebungen vorm Intimes, in der Simon-​Dach, Revaler Ecke Warschau­er, vor U-​Warschauer, Oberbaumbrücke, Schlesisches Tor, Lausitzer Platz, Heinrichplatz, Kotti, und vor den Carlofts.

Kein Bund fürs Leben!

Aktion gegen die Bundeswehr in Bad Oeynhausen

Kein Bund fürs Leben! & Musterung und Bundeswehr

Freiraumdemo / 12. Juni 2010 / 16:00 Uhr

STAAT.NATION.RÄUMUNG.SCHEISSE.
12.6. Klein

Material: D.I.Y. Selbstdruck Flyer [pdf] // Banner [gif]

Am 12. Juni 2010 wollen wir, zusammen mit euch, für eine andere Organisation der Stadt, für mehr Selbstbestimmung, schlichtweg für eine andere Gesellschaft auf die Straße gehen. Dabei wollen wir nicht bei Forderungen nach bezahlbaren Mieten, einer sozialeren Stadtpolitik oder sonstiger staatlicher Maßnahmen stehen bleiben, sondern für unsere Vorstellungen eines schönen Lebens demonstrieren – Für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung und Unterdrückung aufgrund von Ungleichheiten wie z.B.: Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Identität. Für einen Alltag, in dem Hierarchien und Konkurrenz nicht existieren, sondern Emanzipation und Solidarität gegenwärtig sind. Uns ist bewusst, dass das nicht von Heute auf Morgen geschehen kann, sondern ein Prozess ist, aber je öfter wir mit unseren Ideen in die Öffentlichkeit gehen, sei es durch Texte, Aktionen oder eben durch Demonstrationen, umso wahrscheinlicher wird eines schönen Tages die Einlösung dieser Utopie. Wann und wie die Überwindung der gegenwärtig herrschenden Verhältnisse stattfindet, wissen wir nicht, aber wir wünschen uns, dass sie zugunsten einer emanzipatorischen, solidarischen Gesellschaft überwunden werden. Das grauenvolle des Bestehenden wird in den nächsten Wochen wohl noch verstärkt im Alltag präsent sein, wenn am 11. Juni die Männerfußball Weltmeisterschaft beginnt – ein Ereignis, dass einem mal wieder alle Widerlichkeiten des deutsch-nationalistischen Mobs ins Bewusstsein katapultiert.
(mehr…)

23. Mai – Berlin – Dieter Eich-Gedenk-Demo

Niemand ist vergessen!
Arbeitszwang, Leistungsdruck, Naziterror und soziale Ausgrenzung überwinden!

Gedenkdemo anlässlich des 10. Todestages von Dieter Eich

Am 25.Mai 2000 ermordeten vier jugendliche Neonazis Dieter Eich in seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Pankow-Buch. Vor Gericht gaben sie später an, sie hätten den 60-jährigen Sozialhilfeempfänger umgebracht, weil sie einen „Assi klatschen“ wollten.
Zehn Jahre nach diesem Mord soll mit einer Gedenkdemonstration und weiteren Veranstaltungen sowohl die Erinnerung an die Tat wach gehalten werden, als auch die gesellschaftlichen Hintergründe aufgezeigt werden, die diese Tat erst ermöglichten.

Die Vorraussetzungen für solch einen Mord schaffen nicht in erster Linie gewaltbereite Neonazis, sondern auch ein tief in der Mehrheitsgesellschaft verwurzelter Arbeitsethos, der die Würde von Menschen größtenteils anhand ihrer Verwertbarkeit für den Kapitalismus misst. Die aktuelle Debatte um Hartz IV zeigt den staatlichen Ausdruck der Entwürdigung Erwerbsloser in diesem System. So empfahl beispielsweise Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin Hartz IV-Empfänger_innen öfter kalt zu duschen. Dies schmälere nicht nur die Staatsausgaben, sondern bringe auch die Körper der vermeintlich „Arbeitsscheuen“ in Form. Roland Koch legte nach und forderte den sofortigen Arbeitszwang für Erwerbslose. SPD-Vieze Hannelore Kraft hingegen empfahl unter Bezugnahme auf die allgemeine Arbeitsknapppheit, Hartz IV-Bezieher_innen sollten für ein entsprechendes Zubrot im Park Laub harken oder andere Tätigkeiten übernehmen. Was Kraft blumig als „Gemeinwohl-orientierten Arbeitsmarkt“ beschreibt, ist letzten Endes nichts anderes als die Forderung nach der Schaffung eines weiteren Niedriglohnsektors für Erwerbslose. Auf diese Weise wird in der Öffentlichkeit ein alles und jede_n umfassendes Wertesystem gefestigt, das (Lohn)arbeit zum höchsten Gut erhebt und Menschen, die nicht arbeiten können oder wollen von sozialer Teilhabe und dem gesellschaftlichem Reichtum ausschließt. Ohne diesen funktionalen Arbeitsethos wäre die staatliche und gesellschaftliche Ausgrenzung nicht Leistungsfähiger/ -bereiter, die alltägliche Konkurrenz aber auch die daraus resultierende Gewaltbereitschaft gegen sozial Ausgegrenzte nicht denkbar. Im Rahmen dieses mehrheitsgesellschaftlichen Diskurses wird es den Mörder_innen so genannter „Asozialer“ ermöglicht und erleichtert, ihr Handeln öffentlich zu legitimieren.

Die Vorstellung, dass mensch um jeden Preis arbeiten müsse, so schlecht die Bedingungen auch sein mögen, hat eine lange Durchsetzungsgeschichte. Über Jahrtausende wurde bereitwillig (oder auch durch Zwang) wechselweise für Gott, Vaterland und zur Erhaltung des nationalen Standorts mühselig schwerste Arbeit verrichtet. Dieses Prinzip ist über eine lange Zeit durch und für Menschen geschaffen und erhalten worden – es zu beseitigen liegt darum in der Hand von jedem_jeder selbst. Es ist die Verantwortung von uns allen, Arbeitszwang, Leistungsdruck und soziale Ausgrenzung zu überwinden. So gilt es also auch mit den eigenen Zwangsvorstellungen zu brechen und dem Staat mit all seinen Schikanen, die er gegen vermeintliche „Sozialschmarotzer“ ausübt, eine klare Absage zu erteilen. Am 23. und 25.Mai wollen wir darum für eine Gesellschaft auf die Straße gehen, die den Anspruch in sich trägt, jegliche Form von Diskriminierung und Unterdrückung Geschichte werden zu lassen.

Der Mord an Dieter Eich steht in einer langen Reihe von Morden und Gewalttaten, die seit dem Mauerfall von Neonazis in Deutschland verübt wurden und reiht sich auch in eine seit Jahren nicht endende Welle rechter Morde in Europa ein. Wir wollen Dieter Eich gedenken, so wie allen anderen Opfern rechter und sozial-chauvinistischer Gewalt.

Niemand ist vergessen!
Kommt zur Demonstration und Kundgebung, um in Buch und Umgebung ein deutlich wahrnehmbares antifaschistisches und antikapitalistisches Zeichen zu setzen!

23. Mai 2010, Berlin
Demo: 14.00 Uhr, S-Bhf. Buch
Konzert: 19.30 Uhr, Kurt-Lade-Club, Grabbeallee 33, Pankow (Live: HipHop & Punk)

25.Mai 2010, Berlin

Gedenken am Wohnhaus von Dieter Eich
Treffpunkt: 17.30 Uhr, S-Bhf. Buch
Kranzniederlegung: 18.00 Uhr, Walter-Friedrich-Straße 52

KUNDGEBUNG gegen den Grundstücksverkauf Maria am Ostbahnhof

Kundgebung gegen Privatisierung
Mittwoch, 12. Mai 2010
12:00 – 14:00
Vor den Liegenschaftsfonds / Warschauer Str. 41-42 (gegenüber U-Bhf. Warschauer Str.)

EINTRETEN FÜR DEN BÜRGERENTSCHEID!

Die erste Privatisierung nach dem Bürgerentscheid „Spreeufer für alle!“: Das landeseigene Grundstück, auf dem sich das Maria am Ostbahnhof befindet, wird derzeit durch den Liegenschaftsfonds verkauft. Es sollen sich mehrere Bieter am Verkaufs-verfahren beteiligen. Der Steuerungsausschuss, der den Liegenschaftsfonds anweist und kontrolliert, beginnt am 12 Mai um 13 Uhr seine monatliche Sitzung – deshalb die Aktion. Nur er kann den skandalösen Verkauf des Maria-Grundstücks stoppen!

Wir alle vertreten den amtlich festgestellten Bürgerwillen!

Vor dem Hintergrund des Bürgerentscheids, der sich klar gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums und die Bebauung dicht an der Spree und Hochhäuser ausgesprochen hat fordern wir, das Verfahren aufzugeben und das Grundstück in Landeseigentum zu belassen.

Kommt bitte zahlreich zur Kundgebung! Zeichen setzen!

Der Verkauf des relativ kleinen Grundstücks (8.500qm) würde kaum relevant zur Sanierung des Landeshaushalts beitragen. Zudem ist der Hergang des vom Senat durch die Entzugsdrohung erzwungenen Bebauungsplans alles andere als demokratisch. Einzig eine hohe bauliche Ausnutzung waren das Ziel. Für die Öffentlichkeit ist die Privatisierung ein relevanter Verlust der Gestaltungsmöglichkeiten des Spreeufers. Ohne jegliche Bürgerbeteiligung und ohne Wettbewerb wurden hier Fakten geschaffen und nun soll schnell verkauft werden. Die zukünftigen Eigentümer kaufen „die Katze im Sack“: Das Bezirksamt hat große Bedenken bezüglich der Eigentumsverhältnisse, Abstandsflächen, Baulogistik und Erschließung für die zukünftige Bebauung.

Zukunftsweisende ökologische und sozialverträgliche Konzepte spielen für die Entwicklung des landeseigenen Grundstücks keine Rolle. Verkauft wird stattdessen „bedingungsfrei“, worauf der Lifo in seiner Verkaufsbroschüre ausdrücklich hinweist. Zudem wird das Planwerk Innenstadt in diesem Bereich gerade überarbeitet – ein Prozess, der eigentlich bürgerbeteiligt gehört. Deshalb fordern wir, die Frage nach der Entwicklung dieses Grundstücks dort einzubinden und nicht durch den Verkauf vollendete Tatsachen zu schaffen.

Weitere Infos hier: http://www.ms-versenken.org/images/hinterguende/broschuere%202.pdf

Initiativkreis Mediaspree Versenken! AG Spreeufer http://www.ms-versenken.org

15.Mai: „20 Jahre Berliner Linie“

In diesem Monat jährt sich die Besetzung der Linienstraße 206 zum zwanzigsten Mal. Das muß gefeiert werden und zwar mit einem rauschenden Outdoor-Straßenfest mit Bühnenprogramm, Infoständen, Bespaßungseinrichtungen, Kaffee, Kuchen, Vokü, Filmen, Siebdruckworkshop, Umsonstflohmarkt und einer mobilen Häuserausstellung! Das ganze steigt am Samstag, den 15.5. ab 14:00 in der Kleinen Rosenthaler Straße. Das ist die zwischen dem Haus und dem Garnisonsfriedhof (ehemals Totengasse…). Kommt alle vorbei und stoßt mit uns auf die nächsten 20 Jahre an!!!!
Am nächsten Morgen, also am Sonntag, veranstalten die North East Antifascists ab 12:00 einen nahrhaften Kiez-Brunch. Wenn die Sonne scheint, findet das bei der Hütte auf dem Teuteburger Platz statt, bei Wind & Wetter hingegen in den Räumen des Subversiv e.V.
linie206

Was ist wirklich los in Griechenland?

In den Medien wird das Bild von gewaltgeilen Chaoten gezeichnet, die in einer Art Blutrausch selbst Tote in Kauf nehmen. Das eine große Protestbewegung sich nicht an die staatlich vorgegebenen Regeln hält, weil diese genau dazu da sind den Status quo zu erhalten, können sich v.a. in Deutschland nur wenige vorstellen. In Griechenland ist das seit Jahrzehnten Realität. Das ist keine Erklärung und schon gar keine Entschuldigung für den Tod der drei Bankangestellten am 5.Mai. Doch so einfach wie es sich die Politiker, Medeinfuzzis und selbst ernannten Experten machen ist es erst recht nicht – weder was den Brand in der Bank betrifft, noch die Situation allgemein. Nicht Griechenland ist in der Krise, sondern der Kapitalismus (und zwar immer wieder!).

krise griechenland

Griechische Gewerkschaft der Bankbeschäftigten (OTOE) ruft zu Streik am 6. Mai auf

Die griechische Gewerkschaft der Bankbeschäftigten (OTOE) hat für den 6. Mai 2010 zu einem landesweiten Streik wegen des Todes von drei Bankangestellten in Athen während des Generalstreiks am 5. Mai aufgerufen. Die Gewerkschaft gibt der Management der Bank und der Polizei die Schuld am Tod ihrer KollegInnen, die durch giftige Dämpfe infolge eines Brandes in einer Filiale an einer Demonstrationsroute ums Leben gekommen sind. Am 5. Mai hatten überall in Griechenland hundertausende von ArbeiterInnen gegen die Sanierung der Staatsfinanzen auf dem Rücken der Beschäftigen und RentnerInnen protestiert. Dabei kam es in vielen Städten zu wütenden Angriffen auf Symbole der Staatsmacht, dutzende von Banken und Konzernfilialen. Viele der Kundgebungen wurden von der Polizei mit Tränengas, Blendschock-Granaten und Knüppeln attackiert. Die griechische Polizei hat am Abend Kontrollpunkte an allen Zugängen zum Athener Stadtzentrum errichtet und mehrere besetzte Häuser und Projekte im Stadtteil Exarchia angegriffen.

In Athen waren nach Angaben von Gewerkschaften mehr als 200.000 ArbeiterInnen auf der Straße. Während des ganzen Tages lieferten sich Polizei und große Gruppen von wütenden Einwohnern immer wieder heftigste Auseinandersetzungen. In Thessaloniki zogen 50.000 Streikende durch die Stadt und zerstörten in der zweitgrößten griechischen Stadt mehrere dutzend Banken und Niederlassungen von Konzernen. In Patras schlossen sich Traktoren und die Fahrer der Müllabfuhr einer Demonstration von mehr als 20.000 Leuten, in der Verlauf im Stadtzentrum Barrikaden errichtet wurden. Es kam zu mehrstündigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch in Ioannina griffen DemonstrantInnen Banken und Konzern-Niederlassungen an. In Heraklion waren mehr als 10.000 Leute auf der Straße. In Corfu wurde das Verwaltungszentrum besetzt, ebenso in Naxos und in Naoussa das Rathaus.

Zu einem tragischen Zwischenfall kam es am Morgen in Athen, als ein Feuer in einer Filiale der Marfin Bank ausbrach. Drei Beschäftigte kamen durch giftige Dämpfe ums Leben, den anderen gelang es, aus einem oberen Stockwerk des Gebäudes über einen Laternenmast auf die Straße zu klettern.

Dass sich zu diesem Zeitpunkt überhaupt Beschäftigte in der Bank befanden, liegt nach Angaben von GewerkschafterInnen daran, dass ihnen von der Firmenleitung mit Kündigung für den Fall gedroht worden sei, dass sie nicht zur Arbeit erscheinen und sich stattdessen am Generalstreik beteiligen sollten. Diese Drohung ist umso ungeheuerlicher, als sich die betreffende Filiale der Bank an einer Demonstrationsroute befindet. In Griechenland ist es üblich, solche Banken zu schließen, da sie jedes Jahr dutzendfach aus Demonstrationen heraus angegriffen werden.

Darüber, wie das Feuer im Eingangsbereich entstanden ist, gibt es unterschiedliche Angaben. Zwar behauptete jemand gesehen zu haben, wie während der Auseinandersetzungen eine Blendschockgranate der Polizei in das Gebäude eingeschlagen sei. Wahrscheinlicher ist aber, dass es eine Brandflasche war, die den Eingangsbereich der Bank in Brand setzte. In einem Blog beschreibt ein Demonstrationsteilnehmer, die Schalterräume der Bank seien leer gewesen, als die Demonstration vorüber zog. Niemand habe gewusst, dass die Bank auch über Büroräume im ersten Stock verfügt habe, in denen sich Angestellte befanden. Als diese von den oberen Fenster aus den DemonstrantInnen zugerufen hätten, dass sich Menschen im Gebäude befinden, hätten Leute versucht, das Feuer zu ersticken und ins Gebäude zu gelangen. Alle Eingänge seien jedoch verschlossen gewesen. Ein anderer Augenzeuge berichtete auf Indymedia Athen, dass DemonstrantInnen versucht hätten, die Sicherheitsglas-Scheiben einzuschlagen, um die eingeschlossenen Bankangestellten zu befreien, dabei aber von der Polizei angegriffen worden seien und davon, dass der einzige mögliche Fluchtweg durch ein Fallgitter verschlossen gewesen sei, das sich nicht öffnen ließ.

Ebenfalls auf Indymedia Athen hat mittlerweile ein Angestellter der Marfin Bank schwere Vorwürfe gegen die Firma erhoben, weil es in der betroffenen Filiale nur unzureichende Sicherheitsmaßnahmen für einen Brandfall gegeben haben soll. So habe es u.a. weder ausreichende Installationen zur Brandbekämpfung gegeben, noch einen Fluchtweg aus dem Gebäude. Die Bankangestellten hätten somit im Falle eines größeren Brandes weder die Möglichkeit gehabt, eine Feuer zu löschen, noch eine Chance, sich aus dem Gebäude zu befreien. Es habe außerdem keinen hinterlegten Brandschutzplan gegeben, so dass die Feuerwehr zunächst mit einem Einsatzfahrzeug angerückt, sei, dessen Leiter zu kurz gewesen sei.

Im Netz ist zwischenzeitlich ein Video aufgetaucht, in dem wütende AnwohnerInnen den Chef der Bank bei einer Ortsbesichtigung unter massivem Polizeischutz als Mörder beschimpfen. Auch die Gewerkschaft der Bankbeschäftigten (OTOE) gibt dem Management und der Polizei die Schuld am Tod der drei Bankangestellten und wirft der Politik vor, politisches Kapital aus dem traurigen Ereignis schlagen zu wollen.

Bei den griechischen Basisgewerkschaften befürchtet man, dass die Regierung u.a. versuchen wird, die sich ausbreitende Protestwelle durch Angriffe auf die Infrastruktur der Protestbewegung einzudämmen. Eine Befürchtung, die nicht unbegründet zu sein scheint. So gab es heute auf youtube.com einen Clip zu sehen, der Polizisten dabei zeigt, wie sie die Scheiben eines linken Cafés einzuschlagen versuchen. In den späten Abendstunden des 5. Mai häuften sich außerdem Berichte über gezielte Angriffe der Polizei auf besetzte Häuser im Stadtteil Exarchia.

In der BRD gab es heute Solidaritätskundgebungen bei griechischen diplomatischen Einrichtungen in Berlin und Köln.“
Quelle

Gefälschtes Schreiben?

Angeblich ist in Tempelhof gerade ein gefälschtes Schreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Umlauf, in dem behauptet wird, dass der Park Tempelhof Nachts geschlossen werden soll. In dem Schreiben wird sich auf ein anderes Schreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in dem das Gegenteil mitgeteilt wurde… Wer soll denn da noch durchsehen?

„04.05.10
Am Dienstag haben Anwohner des ehemaligen Flughafengeländes in Tempelhof ein gefälschtes Schreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in ihren Briefkästen vorgefunden. In dem Schreiben wird behauptet, dass der Tempelhofer Park auch Nachts geöffnet bliebe und der Zaun demnächst abgebaut werden solle.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bittet alle Bürgerinnen und Bürger, sich nicht von diesem Schreiben irritieren zu lassen. Beide Behauptungen sind falsch. Deshalb prüft die Senatsverwaltung die Strafverfolgung und weist nochmals darauf hin, dass der Tempelhofer Park ab Sonnabend, dem 8. Mai von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang frei zugänglich sein wird, aber über Nacht geschlossen bleibt. „

Gefälscht? Hauptsache der Park bleibt offen.

8.5.: Reclaim Tempelhof

Alternatives Veranstaltungsprogramm
reclaim tempelhof
Wenn ihr Ideen habt oder selbst etwas auf dem Tempelhofer Feld anbieten wollt (z.B. Guerilla-Gardening, Speaker’s Corner, Kinder schminken, Capture the Flag etc.), dann schreibt uns, damit wir es auf dem Blog und in unserem Programmheft (erscheint Ende April/ Anfang Mai) bewerben können. Ihr braucht nur die Zeit (z.B. 14-15 Uhr) und die Aktion zu nennen, den Rest erledigen wir. Helft mit ein alternatives Programm zu entwickeln und zu gestalten. Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung…

    Derzeitiges Programm:

8. Mai 2010

10-12 Uhr kritische Begleitung des Volkslaufs (bringt Schilder etc. mit)/ Ort: IGA-Laufstrecke

11:30 Uhr Aufstellen eines Ausstellungspavillons zum Gedenken und Erinnern an das Konzentrationslager Columbia-Haus und an die Zwangsarbeiter_innen, die von 1938 bis 1945 auf dem Tempelhofer Feld die Bombenflugzeuge bauen mussten/ Treffpunkt: Foyer des Hauptgebäudes/ veranstaltet vom VVN + Mieterrat Chamissoplatz

12 Uhr Kranzniederlegung zum Gedenken an die NS-Opfer/ veranstaltet vom VVN + Mieterrat Chamissoplatz

13-14 Uhr Störung der Eröffnungsrede von Bürgermeister Wowereit und Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer (bringt Trillerpfeifen und alles was Lärm macht mit)/ Ort: Hauptbühne (IGA-Laufstrecke)

14 Uhr „Recht auf Stadt“-Parade vom Hermannplatz zum Tempelhofer Feld/ organisiert vom Bündnis „Steigende Mieten stoppen“ + AVANTI

15 Uhr Gedenkdemo zum 65. Jahrestag der Befreiung von Nazideutschland (Achtet auf akustische Signale zum Start)/ Treffpunkt: Nahe des Reclaim Tempelhof Infopunkts

15:30 Uhr Workshop „Das kleine 1×1 der Hausbesetzung“/ Treffpunkt: Nahe des Reclaim Tempelhof Infopunkts

17 Uhr RECLAIM Tempelhof Demo (begleitet von Samba-Band); Motto: Mieten stoppen! Privatisierung verhindern! Gemeinsam handeln!/Treffpunkt: Nahe des Reclaim Tempelhof Infopunkts (im Anschluss Konzert von den „Bierseligen Balkonproleten“)

19 Uhr Vollversammlung: Themen u.a. Vorbereitung auf die Nacht/ Ort: Nahe des Reclaim Tempelhof Infopunkts

VORSICHT ab ca. 20 Uhr: Kommt jetzt auf das Feld, die Eingänge werden evtl. früh geschlossen!!!!

ab 21 Uhr Konzert: 12-Volt (Postpunk)
Geigerzähler (steichbarer Liedermacher)
Konny die linkspolitische Wandergitarre (anarchistischer Liedermacher)
Samba-Band
Hedonistische Internationale alias Fuckparade alias B.U.M.S. (Partymukke)

9. Mai 2010

Morgens: Gemeinsames Frühstück (bringt mit was ihr braucht!)

15 Uhr Vollversammlung: Themen u.a. weitere Nutzung des Geländes

    Weiteres

Der Tag basiert auf dem D.I.Y. Prinzip („do-it-yourself“ bzw. „macht-es-selber“). Organisiert selbst und spontan Workshops und setzt eure Ideen in die Tat um. Ihr könnt dies per Infotelefon- bzw. Infopunkt ankündigen. Des Weiteren gibt es Speaker’s Corner, Maiden Monster Army (musikalische Theaterperformance, ca. 13 Uhr), Guerilla-Gardening, Siebdruck (14-16 Uhr), Musik, Stencil, „Häuser bauen“, kreativer Umgang mit Zäunen, Theater, kritische Naturführungen
… to be continued!
Informiert euch per Infopunkt über die konkreten Orte der Veranstaltungen!

„Straßen aus Zucker“-Shirts

Gerade erst gesehen – bei diraction.org gibts jetzt coole „Straßen aus Zucker„-Shirts/Beutel/Hoddies…
diraction-straßen-aus-zucker

Demo: Abriss verhindern!

Hallo liebe Freunde der Eisfabrik!
Wie wir erfahren haben, soll Ende Mai mit dem Rückbau der denkmalgeschützten Kühlhäuser begonnen werden. Sie sollen Platz machen für Luxus aus Glas und Beton an der (Media-)Spree.

Für den Erhalt des Denkmalensembles Eisfabrik wollen wir eine Demonstration machen, die am 07. Mai 2010 um 18.00 Uhr stattfindet. Die Demo beginnt Köpenicker Straße / Ecke Adalbertstraße und soll an der Schillingbrücke enden.
Wir brauchen Eure teilnahme.
eisfabrik bleibt!
Für die Wochen danach planen wir Eisfabrik -Aktions – Wochen!
Bleibt an Ball und informiert Euch!
Unterstützung erwünscht!

Für Eure Unterstützung vielen Dank! Bis zu 07.Mai 2010 !!
Initiative zum Erhalt der Eisfabrik – www.berlin-eisfabrik.de


Mehr Infos auch hier!

Dein Freund und Helfer…

1.Mai – Kreuzberg: Ein Beamter einer Berliner Einsatzhundertschaft tritt einem am Boden liegenden Demonstranten voll ins Gesicht, nachdem seine Kolegen ihn umgerannt haben.

Polizeigewalt ist keine Ausnahme – das ist ihre Funktion in diesem System und dafür werden sie bezahlt und gedeckt!
Wer Informationen zu diesem oder anderen Fällen hat, meldet sich bitte beim Berliner Ermittlungsausschuß.

Hinweis: Seit 30.April ist die dritte Ausgabe der „Straßen aus Zucker“ online – inklusive einem Artikel zu „Extremismus“ und Gewalt.
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Edit: Das Video ist bei YouTube nur noch abrufbar, wenn ihr euch angemeldet und euer Alter bestätigt habt. Damit ist der Kreis derer, die es sich angucken können natürlich extrem eingeschränkt, denn wie viele Menschen haben schon einen Account bei YouTube? Doch es gibt auch eine ganz einfach Lösung für dieses Problem: Veröffentlicht das Video auf euren Blogs indem ihr es einbindet und verbreitet dann eure Links. So wird das absurde YouTube-Spielchen umgangen…