Archiv für November 2009

Offener Brief an Berliner Wohnprojekte, Häuser und Wagenburgen

„Liebe Wohnprojekte, ehemals besetzte Häuser und Wagenburgen,

wir erleben gerade eine Welle der Repression gegen Eure und damit auch unsere Strukturen. Nach der Durchsuchung der Liebig 14 und 34 und der Räumung der Brunnenstraße 183 ist klar: nicht nur die Springerpresse, sondern auch der Innensenator und der rot-rote Senat haben Euch – und damit auch uns – auf dem Kicker.

Uns ist aufgefallen: es gibt Solidarität, recht große Demos und viel Wut – aber wirklich breit ist der Protest noch nicht. Wir glauben aber, dass der Protest größer, bunter & stärker werden muss.

Um es klarzustellen: die Berliner Sektionen der Hedonistischen Internationale sind solidarisch mit Euch.

Wir wissen, wie wichtig linke Strukturen und Freiräume für den Protest und die Linke als Ganzes sind.
Wir fühlen uns mit Euch verbunden & sehen unsere gemeinsame Stärke in der Vielfalt.
Wir haben auch keine Lust auf eine glatte, langweilige, totsanierte Stadt ohne Freiräume.

Wir möchten Euch unterstützen, weil es schon bisher so viele Berührungspunkte, gemeinsame Aktionen, Demos und gegenseitige Unterstützung gab.

Wir sollten aber noch mehr Leute gewinnen. Denn die Polizei und der Senat können ihre miesen Nummern gerade durchziehen, ohne dass sie wirklich in Bedrängnis geraten.

Deshalb schlagen wir vor: Öffnet Eure Häuser, Eure Wagenplätze!

Wir wissen, dass es in dieser Richtung schon viele Aktivitäten gibt, vom Stadtteilladen bis zum Konzert – doch es könnten noch mehr werden.

Es geht hier um eine einfache strategische Rechnung:
Menschen, die etwas Schönes an Euren Orten erlebt haben und so den Wert dieser Freiräume erkennen, werden sich mit Euch solidarisch zeigen. Denn wer einmal bei Euch Spaß, Freude oder einen schönen Abend hatte, der wird die Räumung Eures Hauses oder Wagenburg nicht so einfach hinnehmen.

Es wird ja schon viel in diese Richtung unternommen. Ihr ladet Menschen aus der Nachbarschaft konkret und direkt zur VoKü ein, oft gibt es ein kleines Kinoprogramm, Parties werden auch gefeiert, oder über aktuelle politische Lagen informiert. Das ist schön und muss weiter gemacht und vielleicht mehr werden. Es ist wichtig, dass mehr Leute in die Häuser und Wagenburgen kommen, die noch nie in einem/r waren. Es gibt so viele Ansätze, die sich ausbauen lassen. Und ihr habt sicher die besten Ideen, wie so etwas aussehen könnte.

Es geht nicht darum, sich zu verbiegen um irgendeinem Mainstream zu gefallen, sondern darum, neue Bündnispartner_innen zu finden & dem Senat so noch vielfältiger den Stinkefinger entgegen zu strecken.

Wir sollten zusammen zeigen, wie wichtig Wohnprojekte, linke Häuser und Wagenburgen für das Leben in der Stadt sind und die Herzen der Menschen gewinnen, die uns heute unter dem politischen Kampfbegriff „Linksextremisten“ subsumieren.

Das bringt noch mehr Solidarität und Widerständigkeit in die Stadt – und das wollen wir doch alle!

Mit solidarischen Grüßen,

Zentralrat der umherschweifenden Hedonist_innen
Aktionskomitee Nudistische Offensive (AKNO)
Sektion Sonne und Solidarität (SONSOL)
weitere Sektionen (tba)“

via http://www.hedonist-international.org

STRASSEN AUS ZUCKER #2 komplett online!

STRASSEN AUS ZUCKER #2 als PDF

ES GIBT IMMER WAS ZU TUN
EINE ANNÄHERUNG AN DEN KOMMUNISMUSBEGRIFF

ICH MARX EINFACHER
„DAS KAPITAL“ FÜR EINSTEIGER_INNEN

REALSOZIALISMUS
DER SOZIALISMUS, IN DEM ALLES REAL WAR – AUSSER DEM SOZIALISMUS

FRITTENBUDE INTERVIEW

LESETIPPS
-„KOMMUNISMUS. KLEINE GESCHICHTE, WIE ENDLICH ALLES ANDERS WIRD.“
-„PLANET DER HABENICHTSE“
-„TIPPS UND TRICKS FÜR ANTIFAS“

GRAFFITI
INKLUSIVE PLAKAT/SPRÜHSCHABLONE ZUM RAUSNEHMEN.

GESCHICHTE IST, WAS DU DRAUS MACHST.

20 JAHRE WIEDERVEREINIGUNG?

MUSTERUNG UND BUNDESWEHR

DEUTSCHLAND EINE KLEBEN.
AUFKLEBER

Termine

Heute: Demos wg. Brunnenstr. 183 und Smash Homophobia!

Smash Homophobia!
Keine Bühne für homophobe Mord-Propaganda!
Kein Sizzla-Konzert am 26.11.2009 in Berlin!
Demonstration:
26. November, 18.30 Uhr, S-Bhf. Schönhauser Allee

Infos: http://smashhomophobia.blogsport.de/

Ihr habt den Termin bestimmt.
WIR BESTIMMEN DEN PREIS!
BRUNNEN 183 FIGHTS BACK!
Demonstration:
26.November, 20.00 Uhr, Oranienplatz (Kreuzberg)
oplatz
Infos: http://wba.blogsport.de/
STAAT.NATION.RÄUMUNG.SCHEISSE.

Wir bestimmen den Preis…

Räumung:

Action:

Demos wegen Räumung – Heute und Morgen

STAAT.NATION.RÄUMUNG.SCHEISSE.
mittwoch
oplatz
und auch mal wieder sprühen gehen:

Heute, 20 Uhr: Demo!

Am Mittwoch Abend um 20 Uhr findet anläßlich der Räumung der Brunnenstr. 183 eine Demonstration statt. Sie startet am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg.

Zeigt Euch solidarisch! Es geht nicht „nur“ um den Verlust eines weiteren subkulturellen Freiraums; beim Streit um die Brunnenstr. 183 geht es – wie auch bei der Liebigstr. 14 – exemplarisch um die Frage, wem die Stadt gehört.
Zeigen wir, was wir von der kapitalistischen Stadtumstrukturierung des rot-roten Senats halten! Zeigen wir, was wir davon halten, dass das Profitinteresse einzelner höher bewertet wird als das kollektive Interesse von vielen!

Kommt raus auf die Straßen!

via liebig14 und wba.

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außerdem:
Brunnenstr. 183 bei Spiegel TV – Mitte des Jahres:

Brunnenstr. 183 bei Spiegel TV – Heute Nachmittag:
http://www.spiegel.de/video/video-1033514.html

Brunnenstr. 183 bei Spiegel TV – Heute Abend:
http://www.spiegel.de/video/video-1033514.html

Fuck you Spiegel TV!!!

Bambule-Stencil

Ihr habt es sicher schon mitbekommen, die neue „Straßen aus Zucker“ ist draußen (hier als PDF) und kann wieder kostelos bestellt werden. Neben guten inhaltlichen Texten zu Kommunismus, Realsozialismus, „Wiedervereinigung“, Geschichte,… gibts natürlich auch wieder coole Aufkleber und außerdem ein Graffitispezial zum rausnehmen. In diesem Spezial gibts kurze Interviews mit Sprayer_innen, die von ihren Tipps und Erfahrungen berichten und ein Bambule-Plakat, das auch gleich als Vorlage für eine Sprühschablone benutzt werden kann:

Als erstes brauchst Du ein geeignetes Material für deine Schablone. Am Besten ist dünne Pappe oder stabile Folie. Außerdem brauchst du natürlich ein Motiv, wie z.B. unser „Bambule“ in der Mitte der Zeitung, oder das „Deutschland in die Tonne treten“-Stencil von der entsprechenden Seite. Um die Schablone zu basteln, hast Du zwei Möglichkeiten:

Entweder Du nimmst die Vorlage und heftest diese auf den Karton oder die Folie, zeichnest das Motiv auf das Schablonenmaterial nach und schneidest es mit einem Skalpell, Cutter oder einer Schere aus, oder Du klebst die Vorlage direkt auf das Schablonenmaterial und schneidest beides gleichzeitig aus. Fertig ist die Schablone.

Probiere die Schablone erst einmal irgendwo aus und schau wie Du am besten mit der Dose umgehst. Wenn du langsam Erfahrung sammelst kannst Du auch versuchen mit mehreren Schablonen mehrfarbige Bilder zu erstellen. Veil Spaß!

Stencil-Vorlage als .pdf:


Dieses Stencil macht ganz aktuell z.B. angesichts der Räumung in Erfurt richtig Sinn und würde damit auch gleich einen Bogen zu früheren Kämpfen spannen:

Neue Besetzung in Erfurt wird geräumt!

Nachdem am frühen Morgen des 16. April diesen Jahres das seit acht Jahren bestehende »Besetzte Haus« auf dem Topf & Söhne-Gelände in Erfurt durch ein martialisches Polizeiaufgebot geräumt worden war, gab es dort kein selstverwaltetes Zentrum mehr.

Um so erfreulicher ist es, dass heute, am 22. November, die Besetzung eines ehemaligen »Keglerheims« in Erfurt öffentlich gemacht wurde. Das besetzte Gebäude wird seit dem 3. August als Wohnprojekt genutzt, in dem einige ehemalige Besetzer_innen des im April geräumten Topf & Söhne- Geländes leben. In den letzten Monaten wurden Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Die Besetzer_innen planen das seit mehreren Jahren leerstehende Gebäude, als ein sozial-politisch-kulturelles Zentrum selbstverwaltet zu betreiben.

Direkt nach der Bekanntgabe der Räumung fingen die Bullen an das Gelänge abzuriegeln und sind nun schon seit Stunden mit der Räumung beschäftigt, bei der sie natürlich wieder Gewalt gegen die Besetzer_innen und Unterstützer_innen anwenden und auch gleich alles kurz und klein schlagen. Aktuell sind wohl fast alle Einheiten der thüringer StaatsGEWALT in Erfurt am Start oder unterwegs dorthin.

Nun heißt es in Thüringen und überall sonst Soli-Aktionen zu starten um den öffentlichen Druck zu erhöhen und den Preis für die erneute Räumung in die Höhe zu treiben.

erfurt

via haendehoch, faitesvotrejeu, wba, aftershow und sabotnik.

Sonnabend: Negri-Veranstaltung und Technoparty

Am Sonnabend nach der Silvio-Meier-Demo gibt es ein ausgezeichnetes Abendprogramm:
Antonio Negri im Prater der Volksbühne:
negri-va
Und danach noch TOP B3RLIN meets ://about blank @ Renate – a communist charity rave:
renateparty
Be there!

Straßenumbenennung für Silvio Meier / Mord in Moskau

Via Indy: „Heute, am 18. No­vem­ber 2009 wurde in der Mit­tags­zeit die Sa­ma­ri­ter Stra­ße in Sil­vio-​Mei­er-​Stra­ße um­be­nannt. (..) Sil­vio Meier war An­ti­fa­schist und Haus­be­set­zer und wurde 1992 von Neo­na­zis am U-Bhf Sa­ma­ri­ter Stra­ße um­ge­bracht. Seit dem To­des­tag den 21. No­vem­ber 92 gibt es all­jähr­lich eine Sil­vio-​Mei­er-​De­mo, die dem An­ti­fa­schis­ten ge­denkt, (..)“

http://​www.​silviomeier.​de.​vu // Demo: 21. No­vem­ber 2009 um 16 Uhr am U-Bhf Sa­ma­ri­ter­stra­ße.

smvia just und rebelart.

sm-banner

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Am Montag wurde der russische Antifaschist Ivan Hutorskoy an seinem Hauseingang in Moskau von Neonazis durch Schüsse ermordet. Neonazis morden weiter…
ivan
Wut und Trauer zu Widerstand!

Der Boulevard ist Feuer und Flamme

„Das Springer-Blatt „B.Z.“ druckt Namen und Bilder eines mutmaßlichen Brandstifters und seines Vaters. Richter erlässt später Haftbefehl. Eine Polizeirazzia in linken Hausprojekten hatte keine neuen Beweise gebracht. Bewohner klagen über rüde Polizei. VON GEREON ASMUTH

Bei der Jagd auf Autobrandstifter hat die Boulevardpresse jetzt die Rolle der Richter übernommen. Obwohl noch nicht einmal ein Haftbefehl vorlag, wurde ein am Montag Festgenommener in der B.Z. am Dienstag bereits als „Fackel-Chaot“ bezeichnet. Unter der Schlagzeile prangte ein ungepixeltes Foto des Mannes. Zudem gab das Springer-Blatt an, der 23-Jährige sei Sohn eines Kommunalpolitikers. Die B.Z. druckte Vorname, Alter, Partei sowie ein Foto des Vaters und nannte auch den Bezirk, in dem er im Parlament sitzt. Somit reicht ein kurzer Blick ins Mitgliederverzeichnis der Bezirksverordnetenversammlung, um Vater und Sohn eindeutig zu identifizieren.“ (mehr)

Heute Demo – 21 Uhr – Bersarinplatz

Um ein deutliches Zeichen gegen die nächtliche Festnahme und die Razzien in der Liebigstraße zu setzen, wird es heute Abend eine Demonstration geben. Sie startet um 21 Uhr am Bersarinplatz in Berlin-Friedrichshain.
Per Mausklick könnt Ihr das Flugblatt und das Demo-Plakat herunterladen. Wär toll, wenn Ihr die Demo in eurem Umfeld noch bewerben könntet. Bis heute Abend!
Staat. Nation. Repression. Scheisse.
liebig14

Liebigstr. 14 steht vor Räumung

Das Berliner Wohn- und Kulturprojekt Liebig 14 (Friedrichshain) hat gestern auch den neunten und letzten Berufungsprozess um die Kündigungen seiner Mietverträge verloren. Da eine Revision ausgeschlossen wurde, sind nun alle Mietverträge des 20 Jahre alten Hausprojekts am Friedrichshainer Dorfplatz futsch. Die Eigentümer Edwin Thöne (vom Unnaer Kinderschutzbund) und Suitbert Beulker können nun das gesamte Haus räumen lassen.

Ohne überhaupt darüber zu verhandeln, bestätigte heute das Berliner Landgericht auch das letzte Räumungsurteil des Lichtenberger Amtsgerichts. Juristisch steht nun einer Räumung der von 28 Leuten bewohnten Liebigstr. 14 nun nichts mehr im Wege.

Macht Aktionen in euren Städten!
Linke Infrastruktur verteidigen!

Brennpunkt Berlin!

Da vorne brennt ein Ferrarie, dahinten brennt ein Z4…

AJZ Chemnitz BLEIBT!

Photobucket

„Wiedervereinigung“?

20 Jahre Wiedervereinigung?
Montag um sieben klingelt bei Franziska der Wecker. Seit einigen Wochen mag Franziska Montage noch weniger. Weswegen es ihr sehr schwer fällt, aufzustehen. Denn heute gibt es wieder das Fach „Politik und Wirtschaft“. Seit herausgekommen ist, dass die deutschlandkritischen Aufkleber in der Schule von ihr stammen, wurde das auch in „Politik und Wirtschaft“ thematisiert.
Dann kamen die ganzen Argumente, die sie schon so oft gehört hat. Jede_r brauche eine nationale Identität. Deutschland hätte schon so viel geleistet. Goethe, Schiller, Luther, Einstein. Andere Nationen seien auch stolz, das sei total normal. Und auch in Polen gebe es Nazis. Am Ende wusste sie nicht mehr, was sie sagen sollte und auch nicht so richtig, was sie denken sollte. Und heute will Herr Hoffmann mit den Schüler_innen auch noch zu dieser Veranstaltung „20 Jahre Wiedervereinigung“ gehen. “ (mehr)

außerdem:

Aufstand der Praktikanten
Nur zu gern hätten wir einen Praktikantenaufstand im Babylon erlebt. Aber als Spielfilm sehen wir das am 12. 11. um 20.00 Uhr lieber im kreuzberger Moviemento, dem ältesten Kino Deutschlands.
Den Praktistreik gibts auch „in echt“.“

(via)

71. Jahrestag der Reichspogromnacht

9.November, 17:00 Uhr

9.November 1938 – 9.November 2009, 71. Jahrestag der Reichspogromnacht

Kein Vergessen – Kein Vergeben!

Gedenkkundgebung mit dem Zeitzeugen Peter Neuhof (*1925) und Musik

Mahnmal an der ehemaligen Synagoge in der Levetzowstraße in Moabit

(Bus 101, 106, 245, U9 Hansaplatz oder Turmstraße, S-Bhf Tiergarten)

Im Anschluss werden wir mit einer antifaschistischen Demonstration durch Moabit zum Deportationsmahnmal auf der Putlitzbrücke gehen, den die deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden gehen mussten.

Die Zeitung zum 9.November 2009 (pdf)

Aufruf:

„Es ist geschehen, also kann es wieder geschehen. (Primo Levi)

9.November 2009 – 71.Jahrestag der Pogromnacht
Kein Vergessen! Kein Vergeben!

Gefeiert wird nicht! Wider dem nationalistischen Taumel!

Am 9.November 1938 brannten in Deutschland und Österreich die Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Jüdinnen und Juden wurden von antisemitischen Deutschen gedemütigt und geschlagen, vergewaltigt und ermordet. Etwa 30.000 Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt. Die Gewalt der Pogromnacht bildete den Auftakt zu Deportation und Vernichtung, zum Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden.

Der 9. November 2009 ist der 71. Jahrestag der Pogromnacht 1938. Er fällt mit dem 20. Jahrestag des Mauerfalls und den anstehenden offiziellen Feierlichkeiten zusammen: Am 9.11.2009 findet auch das „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor statt – „Höhepunkt“ der Feier ist eine monströse Inszenierung die den Mauerfall symbolisch nachvollzieht. Mauersteine sollen auf einer Länge von zwei Kilometern wie Dominosteine nacheinander umfallen. Auch mit dieser Inszenierung macht die Bundesrepublik deutlich, was sie für eine Schwerpunktsetzung in der offiziellen Geschichtsschreibung und Erinnerung vornimmt.
Der Tag der Befreiung für die überlebenden Opfer des Nationalsozialismus war bereits der 8.Mai 1945. Sie wurden von den Armeen der Antihitler-Koalition und den PartisanInnen in den überfallenen Ländern Europas aus den Gefängnissen, Konzentrationslagern, aus ihren Verstecken befreit. Aber nicht um sie soll es sich am 9.November 2009 drehen, sondern um die „Freiheit“ ohne die BefreierInnen und die Befreiten. Durch die Behauptung, der Mauerfall 1989 stehe für die Überwindung „zweier Diktaturen auf deutschen Boden“ wird der Nationalsozialismus und seine Verbrechen relativiert und als eine bedauerliche, aber überwundene Episode, die dem des mittlerweile 60- jährigen „Erfolgsmodells BRD“ voranging, verharmlost.
Paul Spiegel, der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland warnte schon in seiner Rede zum 9.November 2000: „(…) Aus diesem Grund ist dieses Datum für alle Deutschen auch ein Tag der Freude. Es darf aber niemals das Gedenken an den 9.November 1938 – an den staatlich organisierten Pogrom – verdrängen und schon gar nicht zu einem ‚Feiertag 9.November‘ führen. Denn Volksfeststimmung mit Würstchenbuden und Bierzelten, die der Freude über die Niederreißung der Mauer angemessen sind, taugen nicht zum Gedenken an die Millionen von Toten des Nazi-Terrors.“

Die nationalistische Euphorie, die auf die so genannte „Wiedervereinigung“ folgte, entlud sich ungehemmt in den rassistischen Pogromen 1991 in Hoyerswerda, 1992 in Rostock-Lichtenhagen und durch Brandanschläge auf MigrantInnen in Mölln 1992 und Solingen 1993. Es folgten die Wahlerfolge neofaschistischer Parteien wie der NPD, rassistische Sondergesetze, die faktische Abschaffung des Asylrechts 1993 und die Debatten um die immer wieder verschleppte Entschädigung ehemaliger NS-ZwangsarbeiterInnen. Dies gibt der Erinnerung an die Pogromnacht 1938 immer wieder erschreckende Aktualität und Notwendigkeit.
Der 9. November ist kein Tag, um Deutschland zu feiern, sondern der Tag, an dem die Deutschen 1938 ihre Bereitschaft zum Holocaust erklärten. Dem Gedenken an die deutschen Verbrechen im Nationalsozialismus auch weiterhin Gehör zu verschaffen bleibt unsere wichtigste Aufgabe.
Der Schwur der Überlebenden von Buchenwald war und ist für uns immer Verpflichtung zum Handeln und muss es auch in Zukunft bleiben, denn ihr Traum von einer „neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ ist noch lange nicht erfüllt. Der ehemalige Vize-Präsident des Internationalen Buchenwald-Komitees, Emil Carlebach, brachte es anlässlich der Feierlichkeiten zum 50.Jahrestag der Befreiung auf den Punkt: „Zu Frieden und Freiheit aber gehört auch die Tradition des Kampfes gegen den Faschismus, gegen Antisemitismus und Herrenmenschentum. In diesem Kampfe waren wir vereint, in diesem Kampfe bleiben wir vereint.“

In diesem Sinne hoffen wir, möglichst viele von Euch am 9.November auf der Gedenkdemonstration in Moabit zu sehen. Sie folgt dem Weg den die Jüdinnen und Juden vom Sammelager in der Synagoge in der Levetzowstraße zum Deportationsbahnhof an der Putlitzbrücke am helllichten Tag und unter aller Augen gehen mussten und hält an Orten von Verfolgung und Widerstand in Moabit.

Antifaschistische Initiative Moabit, 2009

demonov.

Berlin: 2000 auf antinationaler Demo

„Rund 2000 Menschen demonstrierten heute in Berlin auf einer antinationalen Demonstration gegen die „Wendefeierlichkeiten“. Nach einem mäßigen Auftakt am Checkpoint Charlie mit nur wenigen hundert TelnehmerInnen wuchs die Demo in kurzer Zeit auf gut 2000 an. Schon nach kurzer Zeit verübte die Polizei einen Angriff auf die Demospitze und entwendete mehrere Transparente. Danach ging es lautstark weiter zum Hackeschen Markt, wo die Demo vorzeitig aufgelöst wurde, um den TeilnehmerInnen eine schnelle Anreise zur Verhinderung der Neonazispontandemo in Karlshorst zu ermöglichen.“ (mehr)

demo-cc
mehr Bilder…

…ums Ganze! TV Folge 5 – Mr Communism

plakat

7.11. – antinationale Demonstration

Mobivideo zur antinationalen Demonstration am 7.November in Berlin:

via immomentvorbei