Archiv für Juli 2008

R.I.P.

entgegen anderslautender infos wurde die fleischerei doch endgültig zu heute gekündigt. wie im*moment*vorbei berichtet gibt es angesichts der nun wirklich bevorstehenden räumung auch einen ordentlichen räumungsverkauf unter dem motto „die letzte schlacht“. jeden tag ab 15 uhr könnt ihr also alles, was vor dem wahrscheinlichen umzug weg muß, käuflich erwerben oder sogar umsonst abgreifen…
passend zum traurigen anlaß gibts demnächst auch eine nette ausstellung!
fleischerei-ausstellung!

mediaspree verstimmen!

mediaspree
wer in bis jetzt noch nicht wählen war, aber wählen darf, sollte sich jetzt langsam mal auf den weg machen: A = JA – B = NEIN – C = A

und danach:

Sonntag: Wahlparty an der Spree
O2-Werbeschild Mühlenstraße zur Live-Übertragung der RBB-Abendschau ab 19.30 Uhr!
21 Uhr YAAM-Strand (Liveschaltung des RBB-Fernsehens ab 21.45 Uhr)
Ab 18.30 Uhr wird die laufende Auszählung im BVV-Saal des Rathauses Yorkstraße öffentlich präsentiert. Bis 22 Uhr wird das Endergebnis feststehen.

Montag, 14. Juli, 17 Uhr, Umtrunk im Osthafen (Nähe Elsenbrücke, gegenüber Allianztower)
Sämtliche Initiativen, die die Kampagne Mediaspree Versenken! unterstützt haben, sind zum Umtrunk eingeladen. Anschließend bekommt jede Initiative ein kleines Präsent. Außerdem: Pressetermin zur Information über das weitere Vorgehen der Initiative und den rigiden Umgang der Behala mit seinen Grundstücken und den öffentlichen Interessen. Beispiel: Osthafen. Parallel dazu tagt im 29. Stock des gegenüberliegenden Allianztowers ein Workshop über die Standortentwicklung, zu dem Senator Harald Wolf verschiedene Akteure aus Wirtschaft und Verwaltung eingeladen hat. Als Wirtschaftssenator sehen wir Harald Wolf als politisch Verantwortlichen für den Umgang mit den landeseigenen Grundstücken an der Spree.

praxistipps III – billig-sticker

Wer eigene Streetart schnell, einfach und vorallem preiswert auf Berlins Straßen bringen will besucht am Besten zu erst einmal die Deutsche Post.

Dort gibt es nämlich diese tollen, begehrten »DHL Päckchen« Sticker einfach so zum Mitnehmen. Okay, in manchen Gegenden sind die beinahe dauerhaft vergriffen, oder die AngestelltInnen legen nur noch 10 Stück aus, aber es soll noch Post-Filialen geben, wo mensch sich noch ordentlich mit Stickern eindecken kann.

die richtige anleitung mit bildern unter streetart.berlinpiraten.de
anzumekren ist noch, dass die päckchen-sticker nicht mehr so gut kleben und die paket-sticker der post sich deshalb als bessere alternative anbieten!
billig-sticker

demo in berlin – 12.juli

Demo: 12.Juli | 15 Uhr | Oranienplatz

Wände fordern ist verkehrt! Obwohl der letzte Nofitti-Kongress schon eine Weile her ist, gibt es weiterhin genug gute Gründe und Anlässe um gegen Sauberkeitswahn, profilneurotische Graffitihasser und eine zunehmende Kriminalisierung und Verfolgung von MalerInnen auf die Straße zu gehen. Bei Graffiti und Streetart in Berlin lassen sich zwei Entwicklungen beobachten: Einerseits gibt es eine hohe Aktivität der Szene und eine sehr kreative Dynamik ihrer Ausdrucksformen. Berlin ist eine große Spielwiese für alle, die Kunst und/oder Namedropping auf die Straße bringen wollen. Farbe bestimmt das Bild eines Großteils der Stadt. Die Orte und Möglichkeiten, Graffiti und Streetart Ausdruck zu verleihen, sind vergleichsweise noch so vielfältig und zahlreich, dass selbst die New York Times die Berliner Zustände mit dem New York der 70er Jahre vergleicht.

Andererseits hält sich der gesellschaftliche Hass auf MalerInnen und Streetart-AktivistInnen auf gewohnt hohem Niveau und entwickelt dabei immer subtilere Spielarten: So forderte ein südamerikanischer Bürgermeister, allen SprüherInnen die Daumen abzuhacken damit sie keine Cans mehr halten können, und in Berlin werden sie mit Hubschraubern und anderem technischen Kontrollmöglichkeiten gejagt, als ob sie Schwerverbrecher wären.

In einer Gesellschaft, in der Eigentum, Konformität und die Ablehnung von Allem, was aus der Reihe tanzt, zu den bestimmenden Faktoren gehören, hat Graffiti einen schweren Stand. Zwar entstehen in einem Klima von Anpassungsdruck, Ausbeutung und Unterdrückung erst bestimmte Formen von Auflehnung, dem Wunsch, sich selbst und seiner Kreativität Ausdruck zu verleihen und der Einsicht in die Notwendigkeit, die vorgegeben Spielregeln nicht mehr mitspielen zu wollen.

Zwar wird Graffiti zunehmend kommerzialisiert und kaum ein Klamottenlabel oder Musikvideo-Produzent hat noch nicht mit einer gewissen Graffitiästhetik gearbeitet. Dennoch bleibt das Spektrum der Graffitigegner groß: AktivbürgerInnen, Parteien, Medien, Wohnungsbaugesellschaften und Graffitientfernungsbetriebe machen gegen die Stadtverschönerung mobil. Mit noch größerem finanziellem, personellem und technischem Aufwand soll jegliche Dosenentleerung verhindert werden und der öffentliche Raum, um den es ja letztendlich geht, klinisch rein bleiben.

Die Forderung nach ein paar neuen legalen Wänden geht leider am Kern des Problems vorbei. Die Frage ist und bleibt, wer den öffentlichen Raum, also S&U-Bahnen, anonyme Straßenzüge, die offiziell irgendwelchen Wohnungsbaugesellschaften gehören, gestalten darf. In einer Gesellschaft in der Eigentum und Profit immer noch wichtiger sind, als die Menschen die in ihr leben, nimmt Graffiti automatisch eine Aussenseiterrolle ein, da es sich den öffentlichen Raum ohne zu fragen aneignet und somit, ob man will oder nicht, die gesellschaftlichen Eigentumsverhältnisse in Frage stellt.

Denn Fakt ist ja: Uns hat auch keiner gefragt, ob die U-Bahn gelb sein soll!

ajak-demoaufruf der ajak!