Wem gehört die Stadt?

Heute wird auf Fritz von 22-24 Uhr im Blue Moon mit Holger Klein der Frage nachgegangen wem die Stadt und die Kunst gehören. Ihr könnt da wie immer anrufen und mitdiskutieren (0331 7097110):

„Die Stadt steht voller Häuser und die Häuser werden bemalt oder beklebt. Meistens mit dem, was man Schmierereien nennt, manchmal aber auch mit wertvolleren Bildern. Das nennt man dann Streetart und die Hausbesitzer ärgern sich trotzdem. Nur: wo soll sie hin, die Kunst? Ihr seid eingeladen anzurufen und darüber zu sprechen, wem sie denn gehören, die Stadt und die Kunst – und wie beide möglicherweise zueinander finden können.“

Staat.Nation.Dresden.Scheisse.

cooles Mobivideo:


Außerdem:

Staat.Nation.Dresden.Scheisse.
Von Bomben und Nazis, Gedenken und Deutschland.

K9-DD

07.02., Sonntag, 20 Uhr in der K9 (Kinzigstraße 9, U5 Samaritersstraße)

Diskussionsveranstaltung mit Avanti – Projekt undogmatische Linke (No Pasarán!), ¡Venceremos! Antifa Dresden (Keine Versöhnung mit Deutschland) und TOP B3rlin.

Der 13. Februar in Dresden hat Konjunktur: Die Stadt ist mittlerweile einer der wichtigsten Bezugspunkte für den deutschen Gedenknationalismus. Entsprechend divers ist das Spektrum derer, die an diesem Tag in Dresden deutsche Opfer betrauern: Tausende Nazis, die jedes Jahr auf dem europaweit größten Aufmarsch Stärke zeigen. Menschen aus ganz Deutschland, die in der Bombardierung Dresdens das passende Symbol für die „Leiden der Deutschen“ während des Zweiten Weltkrieges gefunden haben. Und schließlich diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die für einen (selbst)bewussten Umgang mit der deutschen Geschichte und Nation stehen, die an die europäischen Opfer erinnern und dabei sowohl gegen linken wie rechten „Extremismus“ sind.

In der radikalen Linken wird angesichts dieser Gemengelage seit Jahren diskutiert. Zentrale Fragen dabei sind immer wieder die nach der politischen Einordnung des bürgerlichen Gedenkens auf der einen Seite und des Naziaufmarsches auf der anderen Seite sowie nach Form und Ausmaß deren Verhältnisses zueinander. Ansatz und Richtung der Intervention leiten sich aus dieser Analyse ab und sind in der radikalen Linken ebenfalls umstritten.

Mit der Veranstaltung sollen ebendiese Diskussionen skizziert und anhand unserer Ansicht nach relevanten Fragestellungen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinblick auf Analyse, Praxisansätze und Perspektiven herausgearbeitet werden. Trotz aller möglichen inhaltlichen Differenzen liegt es in unserem Interesse – vor allem auch vor dem Hintergrund der aktuellsten Ereignisse – mit der Veranstaltung zu den Aktivitäten in Dresden zu mobilisieren. „

Wien: Polizei verbietet Antifa-Demo!

„Skandal: Polizei verbietet Demo gegen WKR-Ball! Gegen das rechtsextreme Event auf die Straße gehen!

In einer Vorbesprechung heute vormittag hat die Polizei die geplante Demo gegen den WKR-Ball untersagt. Der Vorwand lautete nicht näher definiert: “Gefährdung der öffentlichen Sicherheit”.
Dieses Vorgehen der Exekutive stellt einen massiven Eingriff in das verfassungsgemäß verankerte Recht auf Versammlung in der Republik Österreich dar. Es muss sich einmal vorgestellt werden, dass sich einerseits Rechte und Rechtsextreme aus ganz Europa in Hofburg ungehindert inszenieren dürfen, während der notwendige Protest dagegen polizeilich verboten wird.
Für das nowkr-Bündnis besteht kein Zweifel daran, dass trotzdem und vor allem aufgrund der veränderten Bedeutung gegen den WKR-Ball demonstriert werden muss. Deshalb bleibt der Aufruf um 18Uhr zum Europaplatz zu kommen weiterhin bestehen!
Denn an der Notwendigkeit gegen dieses Event deutschnationaler Männerbünde zu demonstrieren hat sich rein gar nichts geändert. Und es wäre ein absolut falsches Zeichen sich nun mit den bestehenden rassistischen und sexistischen Zuständen abzufinden und hinzunehmen, dass verfassungsrechtlich verankerter Protest einfach verboten wird.
Deswegen: Verbreitet die Nachricht vom skandalösen Verhalten der Polizei und kommt zahlreich am Freitag um 18Uhr zum Europaplatz in Wien.
Denn Antifaschismus legitimiert sich durch seine Notwendigkeit und nicht durch die Willkür von Behörden!“ Veröffentlicht auf http://nowkr.wordpress.com



Video von http://antifaw.blogsport.de

Außerdem:
Antifa-Kongress im Wiener Depot am 30.01.2010
wien-kongress

Liebig14 – Festival: Termine

l14demo

Demo am 30.1., 18:00 Uhr, Heinrichplatz Berlin/X-Berg Poster Flyer

Protest Parade am 6.2., 14:00 Uhr, Rigaer Str./Proskauer Str. Poster

Konzert und Party u.a. mit Guts Pie Earshot, YOK, Rebel One am 30.1. in der Galiläa Kirche Poster

Technoparty am 30.1. in der Scharni/Schnarup Thumby Flyer

Zombiparty und Konzerte, Techno, Trash in der Liebig14 am 5.2. Flyer

Soliparty und Konzerte am 6.2. im Supamolly

Mehr Material!

Repression geht weiter…

dd-verboten
Die Rerpession gegen die antifaschistische Mobilisierung nach Dresden geht weiter. Nach den Razzien und Festnahmen wurde nun die Mobiseite http://www.dresden-nazifrei.de zensiert. Doch auch der Widerstand gegen die Repression geht weiter. So gibt es mit http://www.dresden-nazifrei.com eine neue Seite und für den 28. Februar den Aufruf die verbotenen Plakate massenhaft und öffentlich zu plakatieren:

„Am 19. Januar 2010 durchsuchte die Polizei in Dresden und Berlin zwei Objekte und beschlagnahmte Plakate und Flugblätter des Bündnisses “Dresden Nazifrei”. Der Vorwurf laute, geplante Blockaden gegen einen Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden seien ein Aufruf zu Straftaten.
Aufruf zur bundesweiten Plakatierung der kriminalisierten “Dresden Nazifrei”-Plakate am Donnerstag, 28.01.2010, 16 Uhr

“Dresden-Nazifrei” ist ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis, dem Gewerkschaftsgliederungen, DIE LINKE, der Landesverband der Grünen Berlin, die Jusos, die linksjugend [’solid], Die Linke.SDS, Antifagruppen, etliche Bundestagsabgeordnete und Künstler wie Konstantin Wecker und Bela B. von den „Ärzten“ angehören. Die Beschlagnahmungen lösten einen Sturm des Protestes in der demokratischen Öffentlichkeit auf. Die Linke.SDS rief für den Abend des 20. Januars dazu auf, die Plakate öffentlich zu verkleben, um sich so gegen die Kriminalisierung antifaschistischen Protestes zu stellen. Dabei wurden die Bundestagsabgeordnete Dorotheé Menzner (Die LINKE) und vier jungendliche Plakatierer festgenommen.

Wir werden diese fortgesetzte Kriminalisierung antifaschistischen Engagements nicht hinnehmen! Nazi-Aufmärsche zu blockieren ist unser Recht und unsere demokratische Pflicht. Es ist ein in Jahrzehnten von sozialen Bewegungen durchgesetzter Standard, dass Blockaden und ähnliche Aktionsformen zivilen Ungehorsams keine Straftaten darstellen, sondern ein Bestandteil demokratischer Protestkultur sind. Dies werden wir uns auch von reaktionären Dresdener Staatsanwälten nicht nehmen lassen. Wir werden weiter mobilisieren, um den Nazi-Aufmarsch in Dresden am 13. Februar gemeinsam und entschlossen mit allen Mitteln des zivilen Ungehorsams zu verhindern.

Um deutlich zu machen, dass wir uns das Recht nicht nehmen lassen, öffentlich dazu aufzurufen, Naziaufmärsch zu blockieren, rufen wir dazu auf, am Donnerstag, 28. Januar 2010 um 16 Uhr bundesweit an vielen Orten die kriminalisierten Plakate zu verkleben. Die Aktionen sollen öffentlich angekündigt werden.

Wir appellieren an Abgeordnete, Gewerkschaftsfunktionäre, KünstlerInnen und sonstige Personen des demokratischen öffentlichen Lebens, sich an den Plakatierungen zu beteiligen und den Plakatierenden einen möglichst großen politischen Schutz vor polizeilicher Repression zu bieten.

Aufruferinnen und Aufrufer für die Plakatieraktion
Antifaschistische Linke Berlin (ALB)
Avanti – Projekt undogmatische Linke
Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Jena
Pedram Shahyar (attac Ko-Kreis)
Florian Wilde (Die Linke.SDS)
Stefanie Graf (Mgl. im Parteivorstand Die LINKE)
Konstantin Wecker (Künstler)
Franziska Drohsel (Bundesvorsitzende der JUSOS)
Björn Böhning (Sprecher dl 21, SPD)
Gesine Agena (Sprecherin Grüne Jugend)
Franziska Stier (BSPR linksjugend.[´solid])“ (mehr)

Liebig14-Festival: 28.1. bis 6.2.

l14

10 Tage wird es rund um das Haus Live-Konzerte, Infoveranstaltungen, Performances, Pyro, Ausstellungen, Workshops, Kabarett, Aktionen, Tanz, Lesung, Installationen, Feuertonnen, Kino, Puppenspiel, Kinderaction, Theater, Futter, Bar, Diskussion, Party und vieles mehr geben.

Genauen Zeitplant gibt’s kurz vor dem Festival hier im Web und auch als Print in der Bar deines Vertrauens.

Ihr könnt uns in aller erdenklicher Form unterstützen! Schreibt ne mail, kommt zum nächsten offenen Vorbereitungstreffen am Donnerstag dem 21.1. um 19:00, Liebig14! Geht plakatieren! Macht ne Aktion!

Banner für euren blog:
l14banner

STAAT.NATION.RÄUMUNG.SCHEISSE!

wenn… dann…

wenn:
razzia1
razzia2

dann:
razzia3
razzia4

Nach Razzia – 20 Uhr Demo in Berlin

Heute fanden in Berlin und Dresden Hausdurchsuchungen statt. Nach bisherigen Angaben suchten die cops Aufrufe zur Verhinderung des Naziaufmarsches am 13. Februar. Betroffen sind dabei sowohl das bundesweite Antifabündnis No Pasaran als auch das Bündnis Dresden – Nazifrei.

Die Durchsuchungen richten sich ersten Erkenntnissen zur Folge gegen Einrichtungen des „Red Stuff“ in Berlin, sowie die sächsische Landesgeschäftstelle der Partei „Die Linke“. Dort wurden Rechner und sämtliches Mobilisierungsmaterial mitgenommen. Im vergangenen Jahr hatte eine Großaufgebot der Polizei den Neonaziaufmarsch gewaltsam durchgesetzt. In diesem Jahr wollen Tausende Menschen in Dresden die Demonstration durch Massenblockaden verhindern. Anlässlich des 65. Jahrestages der Bombardierung planen Neonazis aus ganz Europa einen Marsch durch die Stadt Dresden. „Dresden – Nazifrei“ ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Gruppen und dem Bündnis „No Pasaran“ und ruft zur Verhinderung des Naziaufmarsches auf.

Fotos von der Razzia im Red Stuff. Mehr Infos auf de.Indymedia.

Update #1
In Dresden wurden mehrere tausend Plakate beschlagnahmt und Rechner der Linkspartei eingezogen. Auch Privatrechner wurden entwendet.

Update #2
In Berlin-Friedrichshain gab es mittlerweile die erste Sponti. Ca 20 Menschen zogen vom Boxhagenerplatz zur Simon-Dach-Straße. Festnahmen gelangen den Bullen keine.

Update #3
Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) ruft zu einer Spontandemonstration
am Heinrichplatz (Berlin-Kreuzberg) um 20:00 Uhr auf.

Aufrufe nach Dresden:
- No Pasaran!
- Keine Versöhnung mit Deutschland!
- Staat. Nation. Dresden. Scheisse.
- Bomben, Nazis, Gedenken und Deutschland.

Samstag 16.01.: Schneeballschlacht im Weinbergspark (Berlin)

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Diesen Sonnabend um 16 Uhr findet im Weinbergspark die Schneeballschlacht der Großbezirke Mitte (inkl. Wedding und Tiergarten) und Pankow (inkl. Weißensee und Prenzlauer Berg) statt.
Nachdem am letzten Sonntag Neukölln gegen Kreuzberg im Görlitzer Park eine bittere Nierderlage einstecken mußte, geht es in die nächste Runde.
Natürlich sind auch wieder Sympathisanten aus allen andere Bezirken eingeladen und es wird um angemessen Kleidung und Ausrüstung gebeten. Neben handelsüblichen Handschuhen und Mützen haben sich auch Skimasken und Schutzschilder bewährt.
Team Green ist von der Teilnahme ausdrücklich ausgeschlossen, sollte bei Provokationsversuchen allerdings auch nicht ganz alleine gelassen werden… ;-)

***

Schneeballschlacht „Mitte vs. Pankow“
Samstag
16.01.2010
16 Uhr
Weinbergspark
(U-Bhf Rosenthaler Platz)

Inititaive für Wohlstand, Freiheit, Spaß und gegen Kapitalismus!

***
Neukölln gegen Kreuzberg im Görlitzer Park:

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Die U-Haft als Mittel strafrechtlicher Kontrolle

Die U-Haft als Mittel strafrechtlicher Kontrolle
geschrieben von Peer Stolle, Rechtsanwalt aus Berlin

»Feuer-Chaotin endlich im Knast« So schrieb die BILD am 20. Mai 2009, als gegen Alexandra R. wegen des Verdachts auf Brandstiftung an einem PKW in Berlin-Friedrichshain Haftbefehl erlassen wurde – obwohl von der Staatsanwaltschaft zunächst kein Haftbefehl beantragt und die vorläufig festgenommene linke Aktivistin aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden war. Maßgeblich für die Entscheidung war eine sehr wirksame Kampagne des Berliner Boulevards und der konservativen Tagespresse. Als »Schande« bezeichnete es die BILD-Zeitung, dass gegen Alexandra R. nicht sofort Haftbefehl erlassen wurde.

»Die Chaoten würden sich über unser Rechtssystem kaputtlachen«, so sah es Herr Pfalzgraf von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Zwei Tage später und für insgesamt über 150 Tage saß Alexandra R. daraufhin in Untersuchungshaft, bevor sie im Oktober 2009 zunächst freigelassen und wenig später dann auch freigesprochen wurde. Soweit es bei dem Freispruch bleibt – die Staatsanwaltschaft hat Rechtsmittel eingelegt – kann Alex Entschädigung für die erlittene Untersuchungshaft beantragen: 25 EUR pro Tag. Dieser Betrag ist nicht nur lächerlich gering, es gibt ihr vor allem die verlorene Lebenszeit nicht zurück.

Die offizielle Funktion der U-Haft …
Was bei dem oben beschriebenen Verfahren gefordert wurde, ist kein Einzelfall, sondern spielt sich immer bei Straftaten ab, die die Öffentlichkeit bewegen. Die Untersuchungshaft wird als vorweggenommene Strafe angesehen; die Unschuldsvermutung gilt nicht, sondern nur der Wunsch, den scheinbar überführten Täter schnell und möglichst hart zu bestrafen.
Nach dem gesetzlichen Zweck besteht die Funktion der Untersuchungshaft darin, die Anwesenheit des Beschuldigten im Strafverfahren und die Tatsachenermittlung der Strafverfolgungsorgane zu sichern. Voraussetzung für die Verhängung der U-Haft ist das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts und eines Haftgrundes, wobei sie in der Praxis in über 90 Prozent der Fälle wegen Fluchtgefahr verhängt wird. Die U-Haft zieht also nicht darauf ab, einen Beschuldigten möglichst schnell seiner – vermuteten – Strafe zuzuführen, sondern soll die Durchführung eines Strafverfahrens durch die Sicherung der Anwesenheit des Tatverdächtigen gewährleisten.

… und die Rechtspraxis
In der Praxis spielen aber oft andere Gründe für die Verhängung von Untersuchungshaft eine Rolle. Gerade die Fluchtgefahr dient als Einfallstor für so genannte apokryphe Haftgründe, also solche, die einen anderen Ursprung haben als die gesetzlich vorgesehenen Haftgründe. Die Begründungen in den Haftbefehlen sind oft formelhaft. Gerade bei der Annahme der Fluchtgefahr werden – ohne Auseinandersetzung mit dem konkreten Fall – die Voraussetzungen pauschal behauptet. Vorwiegend wird dabei auf die Höhe der Straferwartung abgestellt: umso höher das prognostizierte Strafmaß, desto höher der Fluchtanreiz. Hinreichende empirische Belege dafür, dass eine erwartete Strafe die
Gefahr einer Strafverfahrensentziehung erhöht, gibt es allerdings nicht.
Von der U-Haft sind vorwiegend MigrantInnen und Angehörige sozioökonomisch benachteiligter Gruppen betroffen. Nicht konstante und gesicherte Wohn- und Arbeitsverhältnisse, der Besitz einer ausländischen Staatsbürgerschaft oder starke Auslandsbindungen sind die »Klassiker« unter den Indizien für die Annahme einer Fluchtgefahr. Diese wird nach der Rechtspre-chung insbesondere dann bejaht, wenn die/der Tatverdächtige keinen festen Wohnsitz im Inland oder vermutete Fluchtmöglichkeiten ins Ausland hat. Letzteres wird bei jungen Nichtdeutschen schnell bejaht und führt im Verbund mit anderen ungünstigen Faktoren – wenig zuverlässig erscheinendes Elternhaus, geringe Schulbildung, keine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle – erneut zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Verhängung der Untersuchungshaft.
Zu beobachten ist weiterhin, dass Taten, die der mittleren Kriminalität zuzurechnen sind und die eigentlich eine Bewährungsstrafe erwarten lassen, die Prognose einer höheren, nicht mehr bewährungsfähigen Freiheitsstrafe damit begründet wird, dass sich die gravierende Straferwartung daraus ergebe, dass aus generalpräventiven Gründen eine hohe Freiheitsstrafe mit abschreckender Wirkung verhängt werden müsse. So musste Christoph T. aus Berlin, ebenfalls wegen des Verdachts auf Brandstiftung an einem PKW, auf die Beschwerde der Staatsanwaltschaft hin in Untersuchungshaft, weil die hohe Straferwartung einen erheblichen Fluchtanreiz biete. Dabei gehört es zum gesicherten Fundus kriminologischer Erkenntnis, dass die mit der Strafe verfolgte so genannte »negative Generalprävention« ein frommer Wunsch der Strafverfolgungsbehörden und der AnhängerInnen eines repressiven und harten Strafrechts ist. Bisherige empirische Untersuchungen haben den Nachweis erbracht, dass maximal die Entdeckungswahrscheinlichkeit, nicht aber die Strafhöhe und Straferwartung Einfluss auf die Entscheidung haben, ob jemand eine Straftat begeht.
U-Haft wird oft auch als »kurzzeitiger Schock« eingesetzt, um den Tatverdächtigen ein sofortiges »Sanktionserlebnis« zu verschaffen. Der ehemalige Berliner Oberstaatsanwalt Reusch hat dies vor ein paar Jahren auch öffentlich gefordert: Um jugendliche Intensivtäter mit arabischem Migrationshintergrund zu beeindrucken, müssten diese in U-Haft und zwar sofort nach der ersten schweren Tat. Der U-Haft soll damit eine spezialpräventive Wirkung zukommen: Wenn alles nicht hilft, um den Jugendlichen von weiteren Straftaten abzuhalten, schließen wir ihn kurz weg, in der Hoffnung, die schockartige Erfahrung eines Jugendgefängnisses werde ihn von weiteren Straftaten abhalten. Mal abgesehen davon, dass dieses Vorgehen einen klaren Verstoß gegen die verfassungsrechtlich abgesicherte Unschuldsvermutung darstellt, gehört es zum gesicherten Forschungsstand, dass Hafterfahrung – gerade bei Jugendlichen – die Rückfallwahrscheinlichkeit eher erhöht als mindert.
Schließlich wird U-Haft auch als Mittel zur Geständniserlangung eingesetzt. Nicht selten wird den Tatverdächtigen die Aufhebung des Haftbefehls gegen die Ablegung eines Geständnisses offeriert.

Die Folgen
Auch wenn ca. ein Drittel der Untersuchungshäftlinge nicht länger als einen Monat in den Justizvollzugsanstalten verbringen müssen, sind die unmittelbaren und mittelbaren Folgen für die Betroffenen enorm. Die U-Haft ist oft mit dem Verlust der Wohnung und des Arbeitsplatzes verbunden. Die Verteidigungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Die Deprivationen1 durch die Vollzugsgestaltung übertreffen die des Regelstrafvollzugs zum Teil erheblich. Die Betroffenen werden von einem Tag auf den anderen und ohne Vorbereitung aus ihrer gewohnten sozialen Umgebung herausgerissen. Der von den Befürwortern eines harten Strafrechts gewünschte »Schock« führt zu einer – gegenüber der normalen Strafhaft – erhöhten Selbsttötungswahrscheinlichkeit, vor allem bei jugendlichen Tatverdächtigen. Darüber hinaus ist mit der Verhängung der U-Haft – selbst bei einem späteren Freispruch – eine verstärkte Stigmatisierung als »Krimineller« verbunden, die dem eigentlichen Strafverfahren noch lange nachhängt. Die Verhängung von Untersuchungshaft wird in der Öffentlichkeit als Überführung des Täters verstanden, ein späterer Freispruch meist auf Justizpannen zurückgeführt. U-Haft entfaltet außerdem eine erhebliche Präjudizwirkung. Das bedeutet, dass mit der Verhängung von U-Haft die Verurteilung zu einer Jugend- oder Freiheitsstrafe ohne Bewährung wahrscheinlicher wird.
Aufgabe sollte es daher sein, den Anwendungsbereich von Untersuchungshaft zurückzudrängen statt ihn auszuweiten. Gerade bei politischen Strafverfahren ist es daher eine vordringliche Aufgabe, durch eine effektive Öffentlichkeitsarbeit der Vorverurteilung durch die Presse entgegenzuwirken.

Von Rechtsanwalt Peer Stolle, Berlin

• Dieser Artikel ist im Antifa Infoblatt Nr. 85 erschienen

Silvester zum Knast – Demonstration in Berlin

demo 31.12.

„Silvester zum Knast – für die Zerstörung aller Formen der Einsperrung

Seit vielen Jahren gibt es an Silvester in Berlin eine Demonstration zum Knast in Moabit, um den Inhaftierten dort – stellvertretend für alle Gefangenen – zu zeigen, dass sie nicht allein und vergessen hinter den grauen Mauern vor sich hin vegetieren. Denn auch in deutschen Knästen läuft nicht immer alles so glatt wie mensch sich das vorstellt: eines der letzten Beispiele war die Revolte im Jugendknast Kiefergrund im letzten Sommer, wo Gefangene ihre Zellen zerstört haben, um auf die Prügel der Schließer zu antworten. Oder der internationale Hungerstreik, der von dem anarchistischen Genossen Gabriel Pombo da Silva für den Zeitraum vom 20. Dezember bis zum 1. Januar 2010 initiiert wurde.
Dies sind Versuche gegen die herrschende Ordnung auch hinter den grauen Mauern vorzugehen und zeigen den Unwillen sich mit diesem System abzufinden. Denn auch Knast ist ein Kampffeld und das Leben hört dort nicht auf.
Uns ist es wichtig immer wieder auch hier draußen Zeichen zu setzen, die verdeutlichen, dass wir alle Institutionen der Einsperrung verachten und nicht als Lösung sozialer Konflikte, die durch die gegenwärtige Organisierung der Gesellschaft verursacht werden, ansehen. Damit auch denjenigen, die nicht aufgehört haben auch drinnen weiter zu kämpfen, klar ist, dass hier draußen ihre Kämpfe wahrgenommen werden und nicht in Vergessenheit geraten. Ohne dabei unsere Seite in diesen Kämpfen idealisieren zu müssen, weil sie aus den Gefängnissen entstehen, sondern sich mit denjenigen, die dort aktiv werden, eine Komplizenschaft entwickelt.“ (mehr)

Die Polizei, dein Freund und Helfer…

Kopenhagen:


via einblog & medium

Berlin:

„Der mysteriöse Todesschuss von Schönfließ

Monatelang ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Polizisten. Die Ergebnisse sind dürftig
von Andreas Kopietz

Berlin – Seit fast einem Jahr untersucht die Staatsanwaltschaft die tödlichen Schüsse eines Berliner Polizisten auf einen Autodieb in Schönfließ. Der Vorfall in der vergangenen Silvesternacht, bei dem der 26-jährige Dennis J. aus Neukölln starb, sorgte bundesweit für Aufsehen. Von Korpsgeist bei der Polizei war die Rede. Es gab spektakuläre Bilder von Tatort-Nachstellungen, es gab ballistische Untersuchungen und Zeugenbefragungen. Doch obwohl die Staatsanwaltschaft Neuruppin mit großem Aufwand ermittelt, ist es ungewiss, ob der Vorfall überhaupt genau rekonstruiert werden kann. Deshalb erscheint eine Verurteilung des Polizisten, der des Totschlags beschuldigt ist, immer unwahrscheinlicher.

In der Silvesternacht hatte der 34-jährige Polizist gemeinsam mit zwei Kollegen in dem Ort nördlich Berlins Dennis J., der in einem gestohlenen Jaguar saß, entdeckt. Nach Dennis J. wurde wegen verschiedener Delikte gefahndet. Als der Polizist an das Auto heran trat, soll es zu einem heftigen Wortwechsel gekommen sein. Dann schoss er auf den Autodieb. Als der trotzdem losfuhr, schoss der Beamte sein ganzes Magazin auf den Jaguar ab.

Zur Verwunderung vieler Juristen legte sich die zuständige Staatsanwaltschaft Neuruppin schnell fest – und das öffentlich. Am 13. Januar erklärte sie in einer Pressekonferenz: „Dieser Schusswaffeneinsatz war rechtswidrig. Wir haben nichts gefunden, das diesen Schuss rechtfertigt.“ Im Juli verkündete sie der Öffentlichkeit: Gutachten hätten bestätigt, dass der erste, tödliche Schuss aus nächster Distanz „ohne Rechtsgrundlage“ sei. Seitdem schweigen die Ermittler. „Die Staatsanwaltschaft kommt gar nicht mehr umhin anzuklagen, nachdem sie sich soweit öffentlich aus dem Fenster gelehnt hat“, sagt ein Insider, der das Verfahren verfolgt.

Doch das ist nicht so einfach. Der leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher versucht, die lange Dauer der Ermittlungen zu begründen: „Es war sehr schwierig, den Geschehensablauf in seinen Einzelheiten zu rekonstruieren.“ Er sagt auch: „Das Ende der Ermittlungen zeichnet sich ab. Wir sind allerdings noch nicht in der Lage verbindlich sagen, welchen Weg wir gehen. Anfang Januar wollen wir endgültig über einen Verfahrensabschluss entscheiden.“ Was das heißt, lässt er offen. Schnittcher könnte auch sagen, man arbeite an der Anklageerhebung. Das macht er aber nicht. „Es steht noch ein wichtiges rechtsmedizinisches Gutachten aus, das wir zwischen Weihnachten und Neujahr erwarten. Dann werden wir weitersehen“, so Schnittcher.

Thomas Worm, der als Anwalt die Nebenklage der Familie des Getöteten vertritt, ist zuversichtlich: „Es gibt Augenzeugen, deren Aussagen sich mit denen der technischen und medizinischen Gutachter decken.“ Worm mutmaßt, dass die lange Ermittlungszeit damit zu tun hat, dass man auf der Suche nach einem Tatmotiv ist. Der Polizist habe sich nach seiner Kenntnis nicht dazu geäußert, sagt Worm.

Was die verschiedenen Zeugenaussagen von Passanten und Anwohnern wert sind, wird sich zeigen. Denn nach eigenem Bekunden ist die Staatsanwaltschaft stärker als sonst auf unabhängige Sachverständige angewiesen, um eine objektive Darstellung des Hergangs zu erhalten. Fünf bis sechs Gutachten waren nötig. Zwei wichtige Zeugen – die beiden Polizisten, die den Beschuldigten begleiteten – wollen nichts gesehen und nichts gehört haben. Sie hätten die Schüsse für Silvesterknaller-Lärm gehalten, sagten sie aus. Deshalb beschuldigt die Staatsanwaltschaft sie auch der Strafvereitelung im Amt. Wenige Wochen nach den Schüssen tat sie dies öffentlich. Nun machen die Beamten als Beschuldigte von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Juristen bezweifeln, dass es klug war, diese Zeugen so zu „verbrennen“.

Die Gutachten, die die Staatsanwaltschaft einholte, haben offenbar nicht die gewünschte Eindeutigkeit. Sie decken sich sogar teilweise mit der Version der Verteidiger. Im Oktober entlastete ein Geräusch-Gutachten die beiden Polizisten zum Teil. Es könne „nicht ausgeschlossen“ werden, dass die beiden Beamten tatsächlich nicht in der Lage waren, die Schussgeräusche von den Detonationen angeblicher Silvesterböller zu unterscheiden.

Wenn die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen den Berliner Polizisten Anklage erhebt, muss das Gericht in einem sogenannten Zwischenverfahren entscheiden, ob die Sache „anklagereif“ ist. Es könnte weitere Beweiserhebungen anordnen. Wenn es den Angeschuldigten für hinreichend verdächtig hält, beschließt es die Eröffnung eines Hauptverfahrens. Lehnt es die Eröffnung ab, kann eine neue Anklage nur auf Grund neuer Tatsachen oder Beweismittel erhoben werden.

Der beschuldigte Polizist muss bis zum Abschluss des Verfahrens weiter zu Hause bleiben und wird trotzdem bezahlt. Der Haftbefehl gegen ihn ist aber inzwischen aufgehoben. Die Anwälte des Beschuldigten sagen nichts. Wieso der Polizist so eifrig hinter Dennis J. her war und sogar noch einen Beamten mitnahm, der gar nicht im Dienst war, wieso er sein Magazin leer schoss – das alles ist noch immer unklar.

Die Familie des Getöteten argwöhnt, dass hier etwas vertuscht werden soll. „Die Situation ist unerträglich“, sagt die Schwester des Getöteten, Annett J., die zugleich Nebenklägerin gegen den Polizisten sein wird. „Wir hören nichts von der Staatsanwaltschaft. Würde einer von uns dieser Tat beschuldigt, säße er längst im Gefängnis.“ Der Berliner Anwaltsverein beobachtet das Verfahren mit Sorge. „Jeder Eindruck muss vermieden werden, dass die Ermittlungen verzögert werden“, sagt der Vorsitzende Ulrich Schellenberg. „Es darf nicht einmal der Anschein entstehen, dass anders ermittelt wird, weil es sich hier um einen Polizisten geht.“ Gerade in so einem Fall sei eine zügige und gründliche Ermittlung notwendig. Sowohl der Polizist als auch die Familie des Getöteten hätten das Recht darauf.“

Berliner Zeitung, 24.12.2009

19.12.: Demo und Soliparty

Demonstration: Solidarität mit Yunus und Rigo
19.12. // 14 Uhr // U-Bhf. Weinmeisterstr. (Berlin-Mitte)
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Antifaschistische Soliparty für ein links-alternatives Archiv&Arbeitsraum im Berliner Nordosten.
19.12.2009 // Subversiv e.V. // 22:00 Uhr
In den Räumen des Subversiv e.V. (Brunnenstraße 7)
sub19

Frankfurter Studierendenproteste: Polizeieinsatz unter der Lupe


Räumung Casino Goethe Universität Frankfurt am Main 03.Dezember 2009 from Janina Vogel on Vimeo.

“ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW) fordert eine umfassende Aufklärung des Polizeieinsatzes auf dem Campus der Goethe-Universität. Den Vorwürfen, dass die Beamten unangemessen brutal gegen die Studenten vorgegangen seien, müssen nachgegangen werden, erklärt Carmen Ludwig, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen. Bei einer Pressekonferenz am Montag im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim hatten Studenten, Dozenten, Asta und Protestplenum die Vorfälle nochmals aus ihrer Sicht geschildert.

Gezeigt wurde ein Videofilm, der während des Polizeieinsatzes von Betroffenen gedreht worden war. Darin kommen Augenzeugen zu Wort, die von Trümmerbrüchen an der Hand, Kopfverletzungen und Gehirnerschütterung durch Schlagstockeinsatz berichten. Ein Polizist habe sogar die Schusswaffe gezogen. Die fünf verletzten Studenten, so ein Sprecher des studentischen AK Recht, erwägen Strafanzeige. “ (mehr)

via http://agf.blogsport.de und http://bildungsstreikpotsdam.blogsport.de

Queer and rebels days / Schwarzer Kanal – movie !



via liebig34

Solidarität mit Studis in FF/M!

Am Montag findet um 18h eine landesweite Demonstration unter dem Motto: „Gegen die autoritäre Hochschule – in Frankfurt und anderswo!“ statt. Treffpunkt ist am Café KoZ (Campus Bockenheim).

Wir bitten um Solierklärungen, personelle Unterstützung und vorallem um Feedback und Kritik an unseren Positionen, die für uns weiterhin im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen. Und wir bitten um Eure Solidarität, denn die hilft bekanntlich siegen! Auch Unterstützungsaktionen in anderen Städten sind gerne gesehen!

Weg mit dem Präsidium!

MEHR!

Demo: Keine Räumung ist vergessen!

5.12.

Aufruf:

Keine Räumung ist vergessen.
Wer Wind säht, wird Sturm ernten!

Am Dienstag den 24.11.2009 wurde in Berlin wieder einmal ein Haus geräumt. Die Bewohner_Innen der Brunnenstraße 183 in Berlin-Mitte wurden gewaltsam durch die Polizei aus ihrem Haus geworfen. Die Leute mussten ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen und saßen erstmal auf der Straße oder im Knast.

An diesem Beispiel wird einmal mehr einiges deutlich:

- Dem Senat liegt mehr an finanzkräftigen Investoren, als an den Menschen, die in Berlin leben und nicht viel Geld zur Verfügung haben (wollen). Letztere werden strukturell aus der Innenstadt verdrängt.
- Dabei wird das ansonsten ach so wichtige “Recht” gerne auch mal übergangen. Dass auch diese Räumung “illegal” war, zeigt nur allzu deutlich die Scheinheiligkeit dieser so genannten “Demokratie” auf. Ein “Rechtsstaat”, der nur den Reichen, Mächtigen und Angepassten dient, ist für uns nix wert!
- Große Teile der Presse schaffen aktuell zunehmend eine Stimmung der Ausgrenzung und Verfolgung gegenüber der linken Szene. Allen voran der Springer-Verlag, der vor nicht allzu langer Zeit forderte: “Räumt die Terror-Nester” und Namen, Adressen und Fotos von linken Aktivist_Innen und deren Angehörigen veröffentlichte.
- Allein die Kosten für den Räumungseinsatz der Polizei dürften den Preis des Hauses bei weitem übersteigen. Hinzu kommen die Ausgaben für die immer noch andauernden Solidaritäts-Aktionen, nicht nur in Berlin.

Wir sind wütend!

…und das hat sich gezeigt. Radikale Antworten auf diese Räumung gibt es in Berlin jede Nacht. Und auch an anderen Orten teilen Menschen unseren Kampf um ein selbstbestimmtes Leben. Es geht uns lange nicht nur um die Brunnenstraße, sondern um die gesamten Auswirkungen des Kapitalismus und der neoliberalen Stadtpolitik. Wer bestimmt hier eigentlich, wer wo wohnen darf?!

Wir möchten euch hiermit einladen, dieses Wochenende zur Demo zu kommen und mit uns zusammen die Wut auf die Straße zu tragen.

Es wird ein radikal heißer Winter in Berlin!

Merry Crisis And A Happy New Fear!

Eine Aktion im Rahmen des Aktionsmonat für autonome Freiräume und gegen Repression:


wba from needdedde on Vimeo.

Berlin Mitte – wir verzichten auf Kontrolle

“ Der Kiez um die Brunnenstrasse am Rosenthaler Platz, seid Tagen, Wochen, Monaten ständig überwacht durch Polizei in Zivil, verdeckt und geheim und die üblichen sichtbaren Uniformierten. Sie patrouillieren im Sekundentakt durch die Straßen, melden und dokumentieren alles was nicht in die Ordnung des autoritären Staates passt. Das was nicht als angepasst und normal gilt.
Eine Situation, welche aus vielen sogenannten „Problemkiezen“ Berlins bekannt sein dürfte. Eine Situation der Überwachung, Kontrolle und Repression. Menschen werden festgenommen und sitzen in Haft. Wie nur zu oft, ohne Beweise, nur Indizien. Sowie das Schicksal von Tobias P., der in der Nähe von zwei brennenden Autos angehalten und festgenommen wurde.
Wir haben den ersten Advent, Sonntag den 29.11.09 kurz nach 24 Uhr.
Der Ort, auf dem Gehweg vor dem geräumten Haus Brunnenstrasse 183.
Das Haus ist seit fast einer Woche leer, völlig unbewohnbar gemacht, durch staatliche Repressionsorgane der Polizei und Bauarbeiter im Auftrag des Hausbesitzers Kronawitters.

Das Haus wird Tag und Nacht von Sicherheitsfirmen überwacht. Tagsüber von der Firma Securitas. Ab 8 Uhr Abends von dem Sicherheitsdienst KST.
Als heute am 29.11.09 gegen 24 Uhr zwei junge ehemaligen Bewohner der Brunnen 183, sich ihrem alten zu Hause näherten, um einen Zeitungsartikel an den Eingang des zum Haus gehörenden Umsonstladens zu kleben, wurden sie sofort von dem in Bereitschaft stehenden Objektschützer der Firma KST tätlich angegriffen. Dieser verwendete seine Taschenlampe als Schlagstock und schlug mit dieser mehrmals auf den Arm und die Hände des einen Jugendlichen ein. Da beide kein deutsch sprechen, wurde ihnen mit der üblichen Arroganz und Missachtung begegnet. Wir sind hier in Deutschland, da wird deutsch gesprochen, war die Ansage.. Nach kurzer Zeit trafen Streifenwagen ein, die Polizisten in Zivil waren schon am Ort , schritten aber zum Zeitpunk der Tat nicht ein. Beim eintreffen der Streifenwagen liess der Angestellte der Sicherheitsfirma von den Beiden ab und versteckte sofort seine Taschenlampe. Zur Hilfe eilenden Passant_innen wurde ein Platzverweis von der Polizei erteilt. Ein Pärchen auf der gegenüberliegenden Straßenseite, welches die Szene fotografiert hat, wurde aufgefordert die Bilder zu löschen und weiter zu gehen.
Die von dem tätlichen Angriff Betroffenen, wurden von der Polizei nur belächelt und anschliessend des Platzes verwiesen.

Die beiden Jungs sind 16 Jahre, kommen aus dem Ausland und haben neben all ihren privaten Sachen auch noch ihre Ausweise und notwendige Medikamente in dem Haus.
Ihnen und allen anderen ehemaligen Bewohner_innen der Brunnen 183, wurde bis jetzt nicht die Möglichkeit gegeben, noch einmal in das Haus zu gehen, um ihre Privatsachen und Dokumente raus zu holen. Wenn sich jedoch dem Haus genähert wird, wird mit genau dieser beschriebenen Härte reagiert.

Dieser Übergriff von Kontrollwütigen und das Verhalten der staatlichen Repressionsorgane ist nur ein Beispiel mehr auf die Situation in Berlin, mit all den Formen des Widerstandes und dem Unmut der Bevölkerung umzugehen. Aber wir lassen uns nicht kontrollieren und uns unser Leben vorschreiben. Wir wollen selbst entscheiden wie unser Kiez aussieht und wo und vor allem wie wir leben wollen.

Wir wollen dass sich Polizei und Sicherheitskräfte aus unserer Nachbarschaft verziehen. Wir haben keinen bock auf eure Überwachung und Repression.

Mit wütenden Grüssen
Die Kiezbewohner_innen

Wir Bleiben Alle! – ohne Kontrolle „

via http://de.indymedia.org & http://just.blogsport.de

Brunnenstraße 183 geräumt – Hausprojekte kriminalisiert

„Am Dienstag, den 24.11. räumte ein Großaufgebot der Berliner Polizei das Hausprojekt in der Brunnenstraße 183. Weil der Gerichtsvollzieher die Räumungsbescheide angeblich nicht zustellen konnte, traf die rechtswidrige Räumung die BewohnerInnen fast völlig unvorbereitet. Daher bekam die Polizei kaum Gegenwehr zu spüren.

Das Vorgehen gegen die Brunnen 183 fällt in einen Zeitraum massiver medialer Stimmungsmache gegen Berliner Hausprojekte. Eine Woche vor der Räumung brach die Polizei brutal in die Liebigstraße 14 sowie 34 ein, um im Sinne der in der Nacht zuvor erfolgten Festnahme des vermeintlichen Brandstifters Tobias Beweise sicherzustellen. Dabei wurden BewohnerInnen körperlich angegriffen oder in Räume eingesperrt. In der Liebigstraße 14 versuchten Beamte darüber hinaus, den Kamin unbrauchbar zu machen.
Obwohl keine Beweismittel gefunden wurden und Tobias nichts nachgewiesen ist, forderte die Blut- und Spermapresse sofort die Vernichtung der angeblichen „Terrornester“ Liebig 14 und Brunnen 183, der einzigen Häuser in Berlin also, für deren Räumung zumindest aus Sicht von Polizei und Justiz halbwegs hinreichende rechtliche Vorraussetzungen geschaffen sind. Zumindest zum Teil erfüllte nun die Berliner Polizei die Forderungen der Springerpresse.

Obwohl die Brunnenstraße 183 in Berlin ein sehr umstrittenes Projekt war, bieten die seit der Räumung laufenden Solidaritätsaktionen einen Vorgeschmack auf das, was im Falle einer weiteren Räumung passieren wird. So gab es an drei aufeinanderfolgenden Tagen Demonstrationen, zu deren Repression die Polizei massenhaft Kräfte aus Sachsen und Brandenburg anfordern mußte. Nachts gab es Brandanschläge, Straßenbarrikaden und zahlreiche Scheiben gingen zu Bruch. Zu solidarischen Aktionen kam es außerdem u.a. in Bremen, Potsdam, Wien und Hamburg. Darüber hinaus ruft die Kampagne wir bleiben alle! zum Aktionsmonat auf.

Es scheint, als hätte sich die Polizei durch den wachsenden medialen Druck dazu gezwungen gesehen, eine Eskalation einzuleiten. Bisher fielen die Behörden vor allem durch Planlosigkeit auf. Drei Häftlinge, gegen die wegen brennenden Autos ermittelt wurde und wird, mußten nach monatelanger Untersuchungshaft freigelassen werden. Die Verantwortlichen bekunden selbstverständlich nun kein Bedauern darüber, daß aufgrund ihres blinden Aktionismus irgendwelche Leute willkürlich für ein halbes Jahr weggeknastet werden, sondern darüber, zu blöd zu sein, ihnen etwas anzuhängen. Deshalb wird auf Hochtouren gearbeitet. Dabei kommen Machwerke heraus wie die sichtlich hektisch zusammengeschusterte Broschüre zu „linksextremer Gewalt“ des Berliner Verfassungschutzes. Daß neben denen, die der VS als „linksextremistisch“ und „gewaltbereit“ einstuft, auch noch ein Großteil der Bevölkerung daran interessiert sein könnte, das Investitionsklima in ihren Bezirken mittels Sachbeschädigungen abzudämpfen, nämlich alle, die von der rasanten Gentrifizierung der Innenstadtbezirke betroffen sind, die ihre Wohnungen verlieren weil Investoren sie in Eigentum umwandeln oder die sich einfach die Miete nicht mehr leisten können, weil Neubauprojekte für Bestensverdienende den Mietspiegel verderben, ist Verfassungsschutz, Polizei und Presse völlig egal.

Mit dem Einmarsch in die Liebig 14, die Liebig 34 und schließlich die Brunnen 183 hat die Polizei nun die bürgerliche und vor allem die Boulevardpresse als Verbündete in der Kriminalisierung von alternativen und linksradikalen Wohnstrukturen gewonnen. Dabei wird gelogen daß sich die Balken biegen, aber egal. In einer lächerlichen Zusammenstellung der Projekte, die er offenbar gern als nächstes plattgemacht haben möchte, listet der Berliner Kurier auch die Linenstraße 206 auf. Daß in dem Artikel kaum eine Silbe Sinn ergibt und bei mehreren der abgebildeten Häuser nicht einmal die Adressen stimmen, ja nicht einmal der Name des letzte Woche Verhafteten richtig abgeschrieben werden kann, wirft ein Licht darauf, mit welcher Aufregung und welcher Ignoranz hier Stimmung gemacht werden soll. Den Apologeten der profitorientierten Stadtumstrukturierung kanns Recht sein, werden doch mit den verbliebenen Berliner Hausprojekten in der Regel gut organisierte Hausgemeinschaften kriminalisiert, die am ehesten in der Lage sind, sich gegen Repressalien durch Vermieter und Hausverwaltungen zur Wehr zu setzen. Der Teil der Leserschaft der Bumsblätter von Berliner Verlag und Springer, der selbst von Gentrifizierungsprozessen betroffen ist, kann ja durch die laufende Kampagne gegen vermeintliche „Terrornester“ vielleicht erfolgreich davon abgelenkt werden.“

via http://linie206.blogsport.de


Berliner Kurier-Qualitätsjournalismus: Die berühmte Brunnenstraße 190 mit einer 17er-WG. Oder wars doch die Brunnenstraße 17 mit 190 Bewohner_innen…

Offener Brief an Berliner Wohnprojekte, Häuser und Wagenburgen

„Liebe Wohnprojekte, ehemals besetzte Häuser und Wagenburgen,

wir erleben gerade eine Welle der Repression gegen Eure und damit auch unsere Strukturen. Nach der Durchsuchung der Liebig 14 und 34 und der Räumung der Brunnenstraße 183 ist klar: nicht nur die Springerpresse, sondern auch der Innensenator und der rot-rote Senat haben Euch – und damit auch uns – auf dem Kicker.

Uns ist aufgefallen: es gibt Solidarität, recht große Demos und viel Wut – aber wirklich breit ist der Protest noch nicht. Wir glauben aber, dass der Protest größer, bunter & stärker werden muss.

Um es klarzustellen: die Berliner Sektionen der Hedonistischen Internationale sind solidarisch mit Euch.

Wir wissen, wie wichtig linke Strukturen und Freiräume für den Protest und die Linke als Ganzes sind.
Wir fühlen uns mit Euch verbunden & sehen unsere gemeinsame Stärke in der Vielfalt.
Wir haben auch keine Lust auf eine glatte, langweilige, totsanierte Stadt ohne Freiräume.

Wir möchten Euch unterstützen, weil es schon bisher so viele Berührungspunkte, gemeinsame Aktionen, Demos und gegenseitige Unterstützung gab.

Wir sollten aber noch mehr Leute gewinnen. Denn die Polizei und der Senat können ihre miesen Nummern gerade durchziehen, ohne dass sie wirklich in Bedrängnis geraten.

Deshalb schlagen wir vor: Öffnet Eure Häuser, Eure Wagenplätze!

Wir wissen, dass es in dieser Richtung schon viele Aktivitäten gibt, vom Stadtteilladen bis zum Konzert – doch es könnten noch mehr werden.

Es geht hier um eine einfache strategische Rechnung:
Menschen, die etwas Schönes an Euren Orten erlebt haben und so den Wert dieser Freiräume erkennen, werden sich mit Euch solidarisch zeigen. Denn wer einmal bei Euch Spaß, Freude oder einen schönen Abend hatte, der wird die Räumung Eures Hauses oder Wagenburg nicht so einfach hinnehmen.

Es wird ja schon viel in diese Richtung unternommen. Ihr ladet Menschen aus der Nachbarschaft konkret und direkt zur VoKü ein, oft gibt es ein kleines Kinoprogramm, Parties werden auch gefeiert, oder über aktuelle politische Lagen informiert. Das ist schön und muss weiter gemacht und vielleicht mehr werden. Es ist wichtig, dass mehr Leute in die Häuser und Wagenburgen kommen, die noch nie in einem/r waren. Es gibt so viele Ansätze, die sich ausbauen lassen. Und ihr habt sicher die besten Ideen, wie so etwas aussehen könnte.

Es geht nicht darum, sich zu verbiegen um irgendeinem Mainstream zu gefallen, sondern darum, neue Bündnispartner_innen zu finden & dem Senat so noch vielfältiger den Stinkefinger entgegen zu strecken.

Wir sollten zusammen zeigen, wie wichtig Wohnprojekte, linke Häuser und Wagenburgen für das Leben in der Stadt sind und die Herzen der Menschen gewinnen, die uns heute unter dem politischen Kampfbegriff „Linksextremisten“ subsumieren.

Das bringt noch mehr Solidarität und Widerständigkeit in die Stadt – und das wollen wir doch alle!

Mit solidarischen Grüßen,

Zentralrat der umherschweifenden Hedonist_innen
Aktionskomitee Nudistische Offensive (AKNO)
Sektion Sonne und Solidarität (SONSOL)
weitere Sektionen (tba)“

via http://www.hedonist-international.org



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